Am 28. August haben Ermittler in Sachsen-Anhalt und vier weiteren Bundesländern Razzien gegen mutmaßliche Anhänger der verbotenen rechtsextremen Organisation „Artgemeinschaft – Germanische Glaubens-Gemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung e.V.\" durchgeführt. Wie die Staatsanwaltschaft Halle dem MDR Sachsen-Anhalt mitteilte, waren dabei etwa 250 Beamte im Einsatz. Grundlage ist ein Verfahren gegen 15 deutsche Beschuldigte wegen Verstoßes gegen das Vereinigungsverbot. Es gab keine Festnahmen. Ein Schwerpunkt der Razzia lag laut MDR Sachsen-Anhalt in Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel, dabei nach MDR-Informationen im Ortsteil Ipse, sowie in Wienrode im Harz. Die Razzien hingen nach MDR-Informationen mit einer Feier im Zusammenhang mit der Sommersonnenwende zusammen. Ermittler fanden laut MDR Sachsen-Anhalt Waffen und Speichermedien. Das Bundesinnenministerium hatte die Artgemeinschaft 2023 verboten. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig bestätigte dieses Verbot als rechtmäßig, wie der MDR berichtet. Nach ZEIT-Online-Informationen sind unter den Verdächtigen auch zwei Landtagskandidaten der AfD für die Wahl in Sachsen-Anhalt – darunter Sebastian Koch, Vorsitzender des AfD-Kreisverbandes Altmark-West. Der AfD-Landesverband äußerte sich zu den Ermittlungen nicht.