Welt 01.06.2026
11:14 Uhr

Nicht die feine englische Art – deutsche Queen’s Siegerin bekommt keine Wildcard


Tatjana Maria hatte vor einem Jahr für Aufsehen gesorgt. Die 38-Jährige eliminierte beim Turnier im Londoner Queen’s Club eine Topspielerin nach der anderen und gewann sensationell. Nun aber zeigen sich die Veranstalter herzlos – mit Folgen für Maria.

Nicht die feine englische Art – deutsche Queen’s Siegerin bekommt keine Wildcard

Vor einem Jahr gewann Tennis-Profi Tatjana Maria sensationell das Rasenturnier im Londoner Queen’s Club. (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/tennis/article256257482/Aelteste-Siegerin-der-Tennis-Geschichte-Tatjana-Maria-schafft-Historisches.html) Dabei räumte die Deutsche mit der Kanadierin Leylah Fernandez, US-Open-Finalistin von 2021, Karolína Muchová (Tschechien), der jetzigen Nummer 10 der Welt, Elena Rybakina (Kasachstan), jetzige Nummer 2, und Madison Keys, Australian-Open-Gewinnerin 2025, und im Finale Amanda Anisimova (USA) gleich fünf absolute Topspielerinnen aus dem Weg. (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/tennis/) Nun hoffte die 38-Jährige, als Titelverteidigerin eine Wildcard zu bekommen, denn über ihren Platz 54 in der Weltrangliste kommt sie in West Kensington nicht ins Hauptfeld. Was als normal erscheint, sehen die Briten aber anders. Sie verweigern der Schwäbin die Wildcard. Somit muss sie sich erneut durch die Qualifikation spielen – wenn sie denn Zeit hat und es nicht mit ihrem Terminplan kollidiert. „Es ist traurig“, sagte Tatjana Maria der „Bild“: (verlinkt auf https://www.bild.de/sport/startseite/sport/sport-home-15479124.bild.html) „Nach all der Werbung, die die WTA für das Frauentennis gemacht hat – und ich bin ‚Die Queen von Queen‘s‘. Das passt nicht so richtig.“ Dabei gibt es Beispiele, dass frühere Sieger Wildcards erhielten. „Als Feliciano López Queen’s gewann, bekam er eine Wildcard. Und in diesem Jahr bekommt Serena Williams eine Wildcard im Doppel“, so Maria. Priorität liegt auf den englischen Starterinnen Die Turnierdirektorin Laura Robson habe ihr als Grund für die Absage gesagt, man wolle „die Wildcards britischen Spielerinnen geben oder Top-10-Profis, die sich doch noch für eine Teilnahme entscheiden“. Marias Ehemann und Trainer Charles-Edouard Maria zum „Daily Telegraph“: „Ich verstehe, dass die Priorität auf den englischen Mädchen liegt, aber wenn etwas wie letztes Jahr passiert, willst du deinen Titelverteidiger am Start haben. Es ist so schade. Dabei sollen normalerweise die Engländer wirklich fair sein.“ Tatjana Marias Triumph ging um die Welt, weil sie nicht nur völlig überraschend eine Topspielerin nach der anderen eliminierte, sondern weil sie das als zweifache Mutter tat. Ihr Mann sowie die Töchter Charlotte und Cecilia waren live dabei, feierten den Erfolg als Familie. Das wird nun schwer zu wiederholen sein. Denn sie war sich sicher, eine Wildcard zu erhalten, und meldete für das vor London stattfindende Turnier in Birmingham. „Wenn ich da ins Viertelfinale komme, kann ich die Qualifikation für Queen's nicht spielen.“ Die katastrophalen sportlichen Folgen: Wenn sie nicht im Queen's Club antreten kann, verliert sie 500 Punkte und würde weit aus den Top 100 herausfallen. Das wiederum hieße, sie müsste bei Grand-Slam-Turnieren wieder in die Qualifikation. Nicht die feine englische Art …