New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani hat angesichts der hohen Zahl antisemitischer Übergriffe in der US-Metropole neue Gegenmaßnahmen angekündigt. „Die Zahlen sind eindeutig: Jüdische New Yorker machen nur zwölf Prozent der Stadtbevölkerung aus, sind aber Opfer von etwa der Hälfte aller gemeldeten Hassverbrechen“, schrieb Mamdani in einem am Dienstag vorgestellten Bericht. „Das ist nicht nur inakzeptabel, das ist etwas, das wir alle ändern müssen“, sagte er in einem Video. Zu den angekündigten Maßnahmen gehört eine deutliche Aufstockung der Mittel für den Kampf gegen Hasskriminalität von drei auf 29 Millionen Dollar jährlich. Zudem soll mehr Geld für den Schutz von Synagogen bereitgestellt und eine Arbeitsgruppe zur Sicherheitsinfrastruktur jüdischer Gotteshäuser wieder eingesetzt werden. Geplant sind auch städtische Informationskampagnen gegen Antisemitismus (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/antisemitismus/) . Auch an öffentlichen Schulen soll der Kampf gegen Antisemitismus verstärkt werden. Vorgesehen sind unter anderem mehr Unterricht über den Holocaust, zusätzliche Besuche im Museum of Jewish Heritage und ausgeweitete Fortbildungen für Lehrkräfte. Das übergeordnete Ziel der Initiative sei es, „die Geißel des Antisemitismus jetzt und in Zukunft zu konfrontieren“, sagte Mamdani am Dienstag. Im Januar 2026 lag die Zahl antisemitischer Hassverbrechen nach Angaben der New Yorker Polizei 182 Prozent höher als im Januar 2025. Jüdinnen und Juden seien angegriffen worden, weil sie eine Kippa oder einen Davidstern trugen, hätten Beschimpfungen auf der Straße erlebt und seien mit Hakenkreuz-Schmierereien konfrontiert worden, hieß es in dem Bericht. Der linksgerichtete Mamdani ist der erste muslimische Bürgermeister New Yorks. Kritiker haben Mamdani Antisemitismus vorgeworfen. Er setzt sich seit Langem für Bürgerrechte von Palästinenserinnen und Palästinensern ein. Mamdani hat der israelischen Regierung einen Völkermord im Gazastreifen vorgeworfen. Mamdani sagt, seine Kritik an Israel sei kein Antisemitismus. Doch Kritiker sagen, Mamdanis Rhetorik im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg habe dazu geführt, dass sich Jüdinnen und Juden in New York nicht sicher fühlten. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/benjamin-netanjahu/) beschuldigte Mamdani in einer Rede bei den Vereinten Nationen (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article6ab544c2e0200f794f12ec9f/un-delegierte-buhen-netanjahu-aus-und-verlassen-saal-moralische-feiglinge-sagt-israels-premier.html) in der vergangenen Woche, Lügen über Israel zu verbreiten. Er nannte Mamdani den „antisemitischen Bürgermeister von New York“. Mamdani hat wiederholt die Verhaftung Netanjahus gefordert, gegen den es einen Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen im Gazastreifen gibt.