Welt 14.10.2026
10:06 Uhr

„Kostet 13.000 Euro jedes Jahr“ – Erster Karnevalszug in Köln abgesagt


Der Zollstocker Dienstagszug ist seit rund 65 Jahren Teil des Kölner Karnevals. Doch 2027 wird er ausfallen. Die Veranstalter sprechen von stark gestiegenen Kosten.

„Kostet 13.000 Euro jedes Jahr“ – Erster Karnevalszug in Köln abgesagt

Im Kölner Karneval gibt es bereits die erste Absage für einen Straßenzug: Der Zollstocker Dienstagszug wird im kommenden Jahr nicht stattfinden. „Mit schwerem Herzen müssen wir euch mitteilen, dass wir den Dienstagszug im Jahr 2027 leider nicht durchführen können und werden“, erklärten die Freunde des Zollstocker Dienstagszuges. Der Zug gehört seit rund 65 Jahren zum Karneval im Kölner Südstadtveedel. Im Rekordjahr 2024 nahmen nach Angaben des „ Kölner Stadt-Anzeigers (verlinkt auf https://www.ksta.de/koeln/erster-karnevalszug-in-koeln-abgesagt-das-sind-die-gruende-1394609) “ rund 1500 Menschen daran teil. Als einen entscheidenden Grund für die Absage nennt der Vorsitzende Michael Siegenbruck die gestiegenen Kosten. „Das fängt an mit der Finanzierungskatastrophe durch den hohen Sicherheitsdienst“, sagte der 53-Jährige dem „ Kölner Stadt-Anzeiger (verlinkt auf https://www.ksta.de/koeln/erster-karnevalszug-in-koeln-abgesagt-das-sind-die-gruende-1394609) “. Hinzu kämen immer strengere Auflagen. „So ein Zug kostet 13.000 Euro jedes Jahr, und die müssen wir auch jedes Jahr einnehmen.“ Schulen und Vereine haben abgesagt Zugleich seien wichtige Teilnehmer weggebrochen. Zwei Schulen hätten bereits abgesagt, ebenso der Verein „Fidele Fortuna“. Auch der veranstaltende Verein selbst könne die Kosten nicht stemmen. „Wir haben knapp 80 Mitglieder, 20 Euro Mitgliedsbeitrag, da kann man natürlich keinen großen Zug finanzieren“, sagte Siegenbruck. „Da sind wir absolut auch auf Sponsoren und Goodwill angewiesen.“ Sein Fazit: „Es kommt alles zusammen dieses Jahr.“ Probleme gibt es demnach auch bei anderen Veranstaltungen und bei der Suche nach Helfern. „Der Frühschoppen lief nicht gut. Das Veedelsfest, das mussten wir ausfallen lassen“, sagte Siegenbruck. „Das ist eigentlich ganz traurig, man bekommt kaum noch Hilfe zusammen.“ Die Freunde des Zollstocker Dienstagszuges hatten sich 2010 neu formiert. Siegenbruck ist seit 16 Jahren im Verein und seit rund zehn Jahren dessen erster Vorsitzender. Bei der Jahreshauptversammlung im November will er nach eigenen Angaben zurücktreten. Den Zollstocker Karnevalszug möchte Siegenbruck dennoch nicht dauerhaft verloren geben. Sein Blick richtet sich bereits auf 2028: „Ich hoffe einfach, dass viele sich zusammenreißen und sagen: Ey, komm, wir finden eine Lösung für 2028, dass das wieder funktioniert.“