Welt 11.07.2026
19:57 Uhr

Hitze-Alarmstufe Rot – Verantwortliche treffen historische Entscheidung


Frankreich leidet unter einer Hitzewelle. Am Sonntag werden Temperaturen von bis zu 40 Grad erwartet. Die Organisatoren der Tour de France greifen deswegen in der 113-jährigen Historie erstmals zu einer ungewöhnlichen Maßnahme.

Hitze-Alarmstufe Rot – Verantwortliche treffen historische Entscheidung

Die neunte Etappe der Tour de France (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/tour-de-france/) wird wegen der massiven Hitzewelle in Frankreich verkürzt. Für das Département Corrèze, durch das gefahren werden soll, sei die Hitze-Alarmstufe Rot ausgerufen worden, teilten die Tour-Veranstalter mit. Deswegen werde das Teilstück von den ursprünglich geplanten 185,5 Kilometern durch das Zentralmassiv auf 155,5 Kilometer verkürzt. Diese Entscheidung wurde aufgrund der außergewöhnlichen Wetterbedingungen notwendig, hieß es. Am Start in Malemort werden am Sonntag bis zu 40 Grad Celsius erwartet, im Ziel in Ussel 35 Grad. Dazu ist die Etappe auch vom Profil anspruchsvoll mit vielen Anstiegen. Der Start ist für 13.45 Uhr vorgesehen. Die Fahrer werden voraussichtlich gegen 17.30 Uhr ins Ziel kommen. Laut Tour-Chef Christian Prudhomme ist die Entscheidung beim Gesamtführenden Tadej Pogačar auf Zustimmung gestoßen. „Als Thierry Gouvenou es Pogacar vorhin mitteilte, sagte dieser: ‚Danke‘“, erzählte Prudhomme. „Es ist eine harte Etappe. Seit zehn Tagen sind die Champions bei hohen, sehr heißen Temperaturen unterwegs. Und für das Departement gilt nun die Warnstufe Rot“, erklärte er. „Das wird am sportlichen Aspekt nichts ändern, denn die Etappe ist wirklich bemerkenswert und anspruchsvoll.“ Die Veranstalter stellten den Teams jeden Tag 450 Kilo Eis zur Verfügung, dazu gebe es jetzt drei Kühlmotorräder, stellte der Tour-Chef heraus. Einem Wechsel zu früheren Startzeiten, die teils auch von Fahrern ins Spiel gebracht wurden, erteilte Prudhomme eine Absage. „Die Fahrer um 5 Uhr morgens zu wecken, scheint mir etwas kompliziert zu sein“, sagte er. Mit Blick auf die Zuschauer appellierte der 65-Jährige erneut an den „gesunden Menschenverstand“. Diese sollten eine Kopfbedeckung tragen, Wasser dabeihaben und sich möglichst viel in den Schatten begeben. Merlier sprintet zum nächsten Etappensieg Bei der achten Etappe am Samstag triumphierte erneut Tim Merlier. Der Belgier siegte im Massensprint nach 180,4 Kilometern zwischen Périgueux und Bergerac. Biniam Girmay aus Eritrea wurde Zweiter, Olav Kooij aus den Niederlanden erreichte Rang drei. Für Merlier war es der zweite Tagessieg bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt. Bester Deutscher wurde Pascal Ackermann auf Rang sieben. Kurz vor der Zieleinfahrt erwischten die Top-Sprinter noch den Belgier Liam Slock, der am Ausreißersieg scheiterte. In der Gesamtwertung bleibt alles wie gehabt. Superstar Pogačar (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/tadej-pogacar/) steht mit einem Abstand von 2:42 Minuten vor seinem dänischen Dauerrivalen Jonas Vingegaard und 3:27 Minuten vor Teamkollege Isaac del Toro aus Mexiko. Der deutsche Tour-Dritte Florian Lipowitz belegt den siebten Rang, vier Minuten hinter Pogačar. Auf der neunten Etappe, dem letzten Tag vor dem Ruhetag, dürften sich die Klassikerspezialisten Hoffnungen auf den Tageserfolg machen, darunter Ex-Weltmeister Mathieu van der Poel aus den Niederlanden.