Welt 15.10.2026
07:31 Uhr

Häftling beim Arzt befreit – Polizei veröffentlicht Fahndungsfoto des Clan-Kriminellen


Nach der gewaltsamen Befreiung eines Häftlings beim Arztbesuch in Essen fahndet die Polizei nach einem 34-jährigen Geflüchteten und zwei maskierten Angreifern. Eine Bewaffnung der Täter könne nicht ausgeschlossen werden, so die Polizei.

Häftling beim Arzt befreit – Polizei veröffentlicht Fahndungsfoto des Clan-Kriminellen

Von dem in Essen bei einem Arztbesuch geflüchteten Häftling und seinen beiden Helfern fehlt nach wie vor jede Spur. Nach dem Fahndungsaufruf seien bei der Polizei mehrere Anrufe eingegangen, sagte ein Sprecher. Ob ein interessanter Hinweis darunter sei, wisse er nicht. Zwei bewaffnete Männer hatten die zwei Justizbeamten angegriffen, die einen Häftling zu einem Arztbesuch begleiteten. Sie überwältigten und fesselten sie und hauten mit einem 34-jährigen Häftling ab. Nach Angaben der Polizei blieben die Justizbeamten unverletzt. Der 34-Jährige und seine Helfer flüchteten in unterschiedliche Richtungen. Der Häftling suchte auf einem E-Scooter das Weite, wie die Ermittler bekanntgaben. Mitarbeiter einer Arztpraxis alarmierten nach dem Angriff sofort die Polizei. Die leitete nach der Tat in der Essener Innenstadt am Mittwochmittag umfangreiche Fahndungsmaßnahmen mit einer Vielzahl von Einsatzkräften im Stadtgebiet ein. Außerdem veröffentlichte sie am Mittwochabend ein Foto des flüchtigen Häftlings D. Günüz und bat um Hinweise zum möglichen Aufenthaltsort. Der Flüchtige hat schwarze Haare, seine Figur wird von der Polizei als „dick“ beschrieben. Nach Angaben des NRW-Justizministeriums saß der 34-Jährige wegen Drogendelikten und gefährlicher Körperverletzung in Untersuchungshaft. Er sollte aus der Justizvollzugsanstalt Essen zum Arzt gebracht werden. Die Behörden ordnen ihn dem Bereich Clankriminalität zu. Als Clankriminalität bezeichnen sie Straftaten, die sich aus ethnisch abgeschotteten Subkulturen heraus entwickeln. Meist stammen die Täter in Nordrhein-Westfalen aus türkisch-arabischstämmigen Großfamilien. Die Ermittler mahnen die Bevölkerung zur Vorsicht. „Sollten Sie eine verdächtige Person bemerken, sprechen Sie sie nicht an! Rufen Sie umgehend die 110 an. Derzeit kann eine Bewaffnung der Täter nicht ausgeschlossen werden“, schrieb die Polizei auf der Online-Plattform X. Der Tatort liegt am Kennedyplatz, einem der größten Plätze in der Essener Innenstadt. Er ist umgeben von zahlreichen Restaurants und Cafés, regelmäßig finden dort Märkte und große Veranstaltungen statt. Auch zahlreiche Arztpraxen sind rund um den Platz angesiedelt.