Er stand da und schaute etwas irritiert drein, ehe er realisierte, dass dies der Matchball war und er der große Sieger. Es war eine kuriose Szene am Ende des Finales bei den US Open – Zverev hatte schlicht nicht realisiert, dass er gerade gewonnen hatte. Der deutsche Tennisprofi löste später auf, wie es dazu kam. Der 29-Jährige wollte zunächst weiterspielen, schaute verwundert auf die Anzeigetafel und riss erst dann jubelnd die Arme hoch. „Ich dachte, dass es 5:1 statt 6:2 steht“, (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/tennis/article6aa69b10181cb962d488de25/tennis-szene-des-jahres-zverev-gewinnt-die-us-open-und-merkt-es-nicht.html) sagte der zweimalige Grand-Slam-Champion nach dem 6:3, 7:6 (7:2), 5:7, 6:2 im Finale über den Amerikaner Ben Shelton: „Ich denke, ich habe einfach das Ergebnis vergessen.“ Schiedsrichterin Marijana Veljovic hatte schon lange „Game, Set and Match“ verkündet, als Zverev seinen Sieg bemerkte. „In dem Moment war ich total fokussiert. Ich habe überhaupt nichts gehört. Ich war in so einer Art Tunnel, wo ich einfach nichts mehr wahrgenommen habe“, berichtete der Hamburger: „Und natürlich ist es bei lauter Zuschauermenge unmöglich, die Schiedsrichterin zu hören.“ Zweiter deutscher Sieg nach 1989 Zverev gab zu, dass ihm sein Denkfehler womöglich sogar dabei geholfen haben könnte, die Nerven bei eigenem Aufschlag und der Chance auf den Matchgewinn zu bewahren. „Ansonsten hätte ich drei Doppelfehler statt einem gemacht“, sagte er. Aus Sicht von Boris Becker (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/boris-becker/) war der skurrile Moment die „Szene des Jahres“ im Sport. „Er gewinnt zum ersten Mal die US Open und merkt’s nicht – bemerkenswert“, sagte die Tennis-Legende bei sporteurope.tv. Als zweiter männlicher deutscher Tennisprofi nach Becker 1989 sicherte sich Zverev den Titel in New York. Gut drei Monate nach dem Triumph bei den French Open (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/french-open/) feierte er damit seinen zweiten Grand-Slam-Titel.