Welt 06.06.2026
00:49 Uhr

„Durch die anhaltende russische Aggression verursacht“ – Ukraine entschuldigt sich für Drohnenfund


Vor der griechischen Ferieninsel Lefkada wurde kürzlich ein ukrainisches Boot mit 100 Kilogramm Sprengstoff entdeckt. Athen verlangte eine Stellungnahme aus Kiew. Nun hat sich ein Sprecher entschuldigt.

„Durch die anhaltende russische Aggression verursacht“ – Ukraine entschuldigt sich für Drohnenfund

Mehrere Tage nach einer griechischen Protestnote hat sich das ukrainische Außenministerium für den Fund einer sprengstoffbeladenen Seedrohne (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article6a22a25bb20db0d89b656343/ukraine-krieg-ukrainische-seedrohne-explodiert-im-hafen-von-rumaenischer-stadt-am-schwarzen-meer.html) vor der Ferieninsel Lefkada im Ionischen Meer entschuldigt. „Die ukrainische Seite entschuldigt sich für den Vorfall und betont, dass dieser auf Umstände zurückzuführen sei, die durch die anhaltende russische Aggression gegen die Ukraine verursacht wurden“, schrieb Außenamtssprecher Heorhij Tychyj auf der Plattform X. Das zeige, dass der andauernde russische Krieg gegen die Ukraine (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/ukraine/) auch eine Bedrohung für benachbarte europäische Staaten und die Welt darstelle. Gleichzeitig bedankte sich Kiew für die seit Kriegsbeginn 2022 von Griechenland gewährte Unterstützung für das osteuropäische Land. Bereits im Mai entdeckten Fischer vor der griechischen Mittelmeerinsel Lefkada ein etwa sechs Meter langes unbemanntes Boot mit laufendem Motor. Auf dem von den Behörden als ukrainisch identifizierten Boot wurden rund 100 Kilogramm Sprengstoff entdeckt. Die Küstenwache machte den Sprengsatz mit einer kontrollierten Explosion unschädlich. In seiner Protestnote sprach Athen (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/athen/) von einer Gefährdung der maritimen Sicherheit und einem Risiko für Zivilisten und verlangte von Kiew eine offizielle Stellungnahme. Die Mittelmeerinsel Lefkada befindet sich über 1000 Kilometer von der ukrainischen Küste entfernt. Der Schwarzmeeranrainer Ukraine hat keinen Mittelmeerzugang. Unbestätigten Medienberichten zufolge setzte das ukrainische Militär mehrfach Seedrohnen von einer Basis in Westlibyen gegen Schiffe der sogenannten russischen Schattenflotte ein. Demnach wurde Anfang März östlich von Malta ein russischer Flüssiggastanker auf dem Weg nach Ägypten von ukrainischen Seedrohnen angegriffen. Das schwer beschädigte Schiff driftete anschließend ohne Besatzung mehrere Wochen im Mittelmeer.