In den Bergen Taiwans haben Forscher den nach eigenen Angaben höchsten bekannten Baum Ostasiens dokumentiert. Das „Himmelsschwert des Da’an-Flusses“, wie der Riese genannt wurde, sei 84,1 Meter hoch und gehöre zur Art Taiwania cryptomerioides, einem Zypressengewächs. Das berichtet das Team um Rebecca Chia-Chun Hsu vom Taiwanesischen Forstforschungsinstitut in der Fachzeitschrift „Frontiers in Forests and Global Change“ (verlinkt auf https://www.frontiersin.org/news/2026/06/05/how-we-found-east-asias-tallest-tree) . Mehr von WELT in der Google-Suche: WELT als Medium bevorzugen. (verlinkt auf https://www.google.com/preferences/source?q=welt.de) Gefunden und vermessen wurde der Baum demnach bereits 2023 nach jahrelanger Suche in schwer zugänglichem Gelände. Die indigenen Rukai nennen die riesigen Taiwania-Bäume den Forschern zufolge poetisch „Bäume, die den Mond treffen“. Taiwan zähle wegen seiner besonderen Topografie und ausgedehnter alter Wälder in steilem Gelände zu den wenigen Orten weltweit, an denen Bäume mehr als 80 Meter hoch wachsen. Für die Suche nutzten die Forscher neben Expeditionen auch Scans mit dem Lidar-Verfahren (Light Detection And Ranging). Bei dieser Technik werden aus Flugzeugen Laserimpulse ausgesendet, um dreidimensionale Höhenmodelle der Landschaft zu erstellen. Weil die Software im steilen Gelände Taiwans viele Bäume zu hoch einschätzte, halfen Hunderte Freiwillige bei der Auswertung der Daten. Am Ende entstand eine Karte mit 941 Bäumen von mehr als 65 Metern Höhe. Die Expedition zum Rekordbaum führte über eine 20 Kilometer lange Flussroute und steile Anstiege. Kletterer vermaßen den Baum schließlich mit einem Band von der Krone bis zum Boden. Bis Anfang 2026 habe das Team zehn Taiwania-Bäume mit mehr als 70 Metern Höhe entdeckt und bestiegen, zwei waren über 80 Meter hoch. Als höchster Baum weltweit gilt der Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) „Hyperion“ im nordkalifornischen Redwood National Park mit einer Höhe von mehr als 115 Metern. Höchster Baum Deutschlands ist die Douglasie „Waldtraut vom Mühlwald“ in Freiburg mit mehr als 67 Metern. Der vermutlich älteste Baum Deutschlands steht fernab des Trubels: auf einer beweideten Alpwiese in 1100 Metern Höhe an der Nordseite der Hochgrat-Bergkette im Allgäu. So viele Meter sie hoch in den Bergen steht, so viele Jahre hat sie wohl auf dem Buckel: Die Ureibe bei Steibis (verlinkt auf https://www.welt.de/wissenschaft/article69d61a5323891189a21d3c5e/aeltester-baum-deutschlands-1100-jahre-alter-baum-laesst-forscher-stutzen.html) ist etwa 1100 Jahre alt. Es sei „ein Wunder, dass sie dort all diese Jahrhunderte überlebt hat und es ihr offensichtlich gut geht – sie dürfte sich sogar über die derzeitige Erwärmung freuen“, erklärte die Deutsche Dendrologische Gesellschaft, ein Expertenbund für Gehölzkunde.