Welt 30.04.2026
10:46 Uhr

„Bist Du Faschist oder was?“, antwortet Prinzen-Sänger Krumbiegel dem ZDF-Zuschauer


Statt entspanntem Wohlfühl-Fernsehen bot Sebastian Krumbiegel bei „Volle Kanne“ (ZDF) eine Lektion im antifaschistischem Widerstand: Der Sänger der Band Die Prinzen reagierte empfindlich auf Kritik vonseiten eines Zuschauers.

„Bist Du Faschist oder was?“, antwortet Prinzen-Sänger Krumbiegel dem ZDF-Zuschauer

Nach fast 40 Jahren soll bei den Prinzen bald Schluss sein – im kommenden Jahr geht die Band aus Leipzig auf Abschiedstour, Ende 2027 dann wollen sie das letzte Mal gemeinsam auf der Bühne stehen. Dass die Bandmitglieder aber ganz bestimmt nicht verstummen werden, zeigte Frontmann Sebastian Krumbiegel, 59, am Mittwoch in der TV-Sendung „ Volle Kanne (verlinkt auf https://www.zdf.de/play/magazine/volle-kanne-104/volle-kanne-mit-sebastian-krumbiegel-vom-29-april-2026-102) “. Das täglich vormittags ausgestrahlte Magazin punktet bei den Zuschauern mit einer Mischung aus Gesundheitstipps, Kochen, Verbraucherinfos und freundlichen Interviews mit Prominenten. Nicht so dieses Mal, denn Gaststar Sebastian Krumbiegel gab sich hochpolitisch, und sprach mit Moderator Florian Weiss über Themen wie Umverteilung, Vermögenssteuer und Bürgergeld. Er selbst zahle „echt gerne Steuern“, sagt Krumbiegel So forderte der Sänger unter anderem eine gerechtere Steuerpolitik: „Die Leute, die richtig Kohle haben, (...), die richtigen Milliardäre, ey, die sollen was abgeben. Da bin ich wirklich so Robin-Hood-mäßig drauf.“ Er wisse, dass dies womöglich zu einfach, gar populistisch klinge, aber er sei von dem Konzept der Umverteilung nun mal überzeugt: „Warum knapst man den Leuten am Bürgergeld rum, die sowieso schon gucken, dass sie irgendwie über die Runden kommen?“, ärgerte sich Krumbiegel. Er selbst zahle „echt gerne Steuern, weil ich glaube an den Solidargedanken“. Dabei verstehe er durchaus jene Mitbürger, die sagen: „Wir sind unzufrieden, wie wir regiert werden.“ Niemals jedoch dürfe die Konsequenz daraus sein, „rechtsaußen zu wählen“: „Was die wollen, ist auch nicht das, was Ihr wollt“, erklärte er, ohne Parteien explizit zu erwähnen. Am Ende seines Gesprächs sollte der Prinzen-Sänger wie alle Talkgäste bei „Volle Kanne“ noch Zuschauerfragen beantworten. Darunter war auch eine deutliche Kritik an seinen Aussagen. „Nein, danke, heute wieder Antifa-Parolen zum Frühstück“, las Moderator Florian Weiss die Einsendung eines Zuschauers namens Mirko vor. Sebastian Krumbiegel schaltete umgehend auf Angriff: „Bist du Faschist, oder was? Dann bin ich natürlich gegen Dich“, sprach der Musiker direkt in die Kamera und zu Mirko. „Ich glaube, jeder Demokrat sollte Antifaschist sein“, schob er nach. Und führte dann aus, dass er selbst es ja wichtig fände, in politischen Debatten argumentativ zu überzeugen, statt zu eifern oder einfach „rumzubrüllen“, so der 59-Jährige weiter. „Aber wenn ich so was höre, ey: Antifa. Was ist denn Antifa?“ Antifa, führte der Leipziger dann aus, bedeute Antifaschismus, und er sei „mit Leib und Seele Antifaschist“. Dann drehte sich der Sänger erneut zur Kamera und grinste: „Kein lieber Gruß an Mirko.“