Jetzt ist sie wieder bei ihrem „Dicken“, wie sie ihn immer liebevoll nannte. Der HSV trauert um Ilka Seeler, Witwe von Klub-Legende „Uns Uwe“ (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/uwe-seeler/) (starb am 21. Juli 2022). Im Alter von 89 Jahren ist sie in ihrem Zuhause in Norderstedt (Schleswig-Holstein) vor den Toren Hamburgs in der Nacht von Donnerstag auf Freitag im Kreis der Familie friedlich eingeschlafen. Am 18.2.1959 hatten Ilka (geborene Buck) und Uwe Seeler in Hamburg geheiratet. Sie war früher Amateur-Handballtorhüterin beim HSV, beide lernten sich beim HSV-Silvesterball 1953 kennen. Drei Töchter entsprangen der Ehe: Kerstin, Helle und Frauke, die Mutter des ehemaligen HSV‑Profis Levin Öztunali. Im großen Interview zum 80. Geburtstag schwärmte Ilka: „Ich wäre gern noch mal wieder jung. Dann hätte ich mein Mäuschen gleich wieder geheiratet.“ Uwe Seeler sagte: „Ilka hat genauso viel Anteil am Erfolg meiner Karriere (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/fussball/article69ebaff46ca38701a04ce54a/uwe-seeler-als-hamburgs-idol-1-2-millionen-mark-ablehnte.html) wie ich selbst. Ilka hat hundert Prozent Anteil an allem.“ Der HSV würdigte sie in einer Mitteilung: „Wenn HSV-Idol Uwe Seeler von seiner ,besseren Hälfte‘ sprach, schüttelte sie meistens schelmisch lächelnd den Kopf und sagte: ,Tüddel doch nicht rum!‘ Ilka Seeler, die Hamburgs besten Fußballer aller Zeiten 1959 heiratete, war über Jahrzehnte die treue Seele an seiner Seite. Ob als Ehefrau, Mutter der gemeinsamen Kinder, Handballerin, Aufpasserin, später auch Unternehmerin, Oma und Ur-Oma – Ilka war bei Weitem nicht nur als Spielerfrau des berühmtesten HSV-Fußballers bekannt und beliebt. Sie war kein Anhängsel, sondern eine eigenständige, starke Frau, die auch nach Uwes Tod (verlinkt auf https://www.welt.de/regionales/hamburg/article240408603/Buergermeister-Tschentscher-Hamburg-verliert-mit-dem-Tod-von-Uwe-Seeler-ein-Stueck-von-sich-selbst.html) im Jahr 2022 Freundschaften pflegte und das Wohl der Familie über alles stellte.“ Ihr „verschmitztes Lächeln, ihre sportliche Begeisterung und ihre klare, direkte Art bleiben uns stets in Erinnerung und machen sie unvergessen. Ruhe in Frieden, liebe Ilka“, schrieb der Klub. Ilka Seeler – die „Grande Dame“ des HSV Den Tod ihres Mannes (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/plus240048407/Fussball-Idol-Uwe-Seeler-verkoerperte-das-was-viele-am-heutigen-Fussball-vermissen.html) im Juli 2022 hat Ilka, die 63 Jahre lang mit dem ehemaligen HSV-Helden verheiratet war, nie so richtig verkraftet. Der wichtigste Teil ihres Lebens war verschwunden. Das pure Glück hatte nach vielen Jahrzehnten das gemütliche Haus in Norderstedt verlassen. Immer wenn man mit Ilka sprach, schwang bei der zuvor so lebensfrohen und fröhlichen Frau viel Melancholie mit. Wenn man sich mit Ilka und Uwe Seeler früher zum Butterkuchen und Kaffee traf, war es immer eindeutig, wer Chef im Ring der Familie war. Sie sagte stets, wo es langging. Die ehemalige Sportlerin beobachtete mit großer Gelassenheit und Freude, dass die Popularität ihres Mannes auch nach seinem Karriereende 1972 ungebrochen war. Ein Spaziergang des Ehepaares konnte schon mal viermal so lang andauern, weil der Vizeweltmeister von 1966, Deutsche Meister von 1960 und Pokalsieger von 1963 niemals einem Pläuschchen mit Fans auf der Straße abgeneigt war, nie ein Autogramm verweigerte. Die „Grande Dame“ des HSV war eine starke, durchsetzungsfähige Frau. Als ihr Mann 1970 bei der WM in Mexiko spielte, buchte sie sich eigenständig Flüge, Bahnfahrten und Hotels, um ihrem Liebling bei allen Deutschlandspielen in Lateinamerika von der Tribüne die Daumen zu drücken. Sie erzählte vor Jahren: „Es war damals eigentlich nicht üblich, dass eine Frau so eine Tour allein macht. Aber ich habe mich über diese Konventionen einfach hinweggesetzt.“