Welt 11.10.2026
15:52 Uhr

60 Prozent mehr in neun Jahren – Fettleber breitet sich unter jungen Erwachsenen aus


Eine Fettleber wird in Deutschland zunehmend zum Problem der Jüngeren. Um fast 60 Prozent stieg der Anteil der Betroffenen unter 40 zwischen 2016 und 2025, heißt es in einem Medienbericht.

60 Prozent mehr in neun Jahren – Fettleber breitet sich unter jungen Erwachsenen aus
Hans-Thomas Tillschneider (r.) von der AfD ist nun stellvertretender Landtagspräsident in Sachsen-Anhalt. Am Freitag wurde er von der Jüdischen Studierendenunion vor der Synagoge in Halle aufgehalten.
Hendrik Schmidt/dpa

Die Zahl der Menschen, die wegen einer Fettleber (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/fettleber/) behandelt werden, wächst in Deutschland vor allem bei den Jüngeren. Unter den unter 40-Jährigen stieg der Anteil der Betroffenen zwischen 2016 und 2025 um 59,5 Prozent. Damit fällt der Anstieg in dieser Altersgruppe besonders deutlich aus. Das geht aus einer Sonderauswertung hervor, die das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) für den „ Spiegel (verlinkt auf https://www.spiegel.de/wirtschaft/vorbeugen-ist-besser-als-behandeln-a-9303adbd-dca3-4c95-8950-a82314efd826) “ erstellt hat. Grundlage sind die bundesweiten ambulanten Abrechnungsdaten der gesetzlich Versicherten. Insgesamt wurden zuletzt 3,13 Millionen Menschen wegen einer Fettleber (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/fettleber/) behandelt, 2016 waren es 2,42 Millionen. Damit nahm auch über alle Altersgruppen hinweg die Zahl der Behandelten deutlich zu. Wegen Reflux ließen sich 5,87 Millionen Versicherte behandeln, 17 Prozent mehr als 2016. Mehr als sieben Millionen gesetzlich Versicherte werden wegen Typ-2-Diabetes behandelt, fast 510.000 Diagnosen kamen pro Jahr neu hinzu. Die Auswertung zeigt damit auch bei weiteren Erkrankungen hohe Patientenzahlen. Die Daten erfassen allerdings lediglich Arztkontakte. Ein Teil des Anstiegs gehe darauf zurück, dass Ärzte die Leber von Übergewichtigen und Diabetikern heute häufiger untersuchten als früher, sagt der Zi-Vorstandsvorsitzende Dominik von Stillfried im „Spiegel“. Die steigenden Behandlungszahlen lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres mit einer ebenso starken Zunahme der Erkrankungen gleichsetzen. Wahrscheinlich hohe Dunkelziffer Wer gar nicht zum Arzt geht, taucht in den Zahlen nicht auf. Gezielte Studien kommen deshalb auf ein Vielfaches der 3,13 Millionen. Die Auswertung fällt in die Debatte über die geplante Zuckergetränkesteuer. Dabei geht es auch um die Frage, welchen Zweck eine solche Abgabe erfüllen soll. In einem Eckpunktepapier des Bundesfinanzministeriums heißt es, die Steuer solle „zur weiteren Konsolidierung des Bundeshaushalts“ dienen. Von Prävention ist dort keine Rede. Stillfried verweist auf England, dort habe die Abgabe gewirkt „gerade bei den Jüngeren in der Bevölkerung, also bei denen, die besonders stark vom Anstieg der Fettleber betroffen sind“.