SpOn 01.10.2026
21:33 Uhr

Zinédine Zidane findet seinen Kopfstoß nicht gerade toll, aber...


Der Kopfstoß von Zinédine Zidane gegen Marco Materazzi ist Fußballfolklore, wir erinnern uns: Zidane fliegt vom Platz, Frankreich verliert das Finale, Italien ist Weltmeister. Wie denkt er heute darüber?

Zinédine Zidane findet seinen Kopfstoß nicht gerade toll, aber...

Es ist wohl eine der einprägsamsten Szenen der Fußballgeschichte. Das WM-Finale 2006 in Berlin. Italien gegen Frankreich. Der französische Kapitän Zinédine Zidane will mit dem Weltmeistertitel seine Karriere beenden. In der Verlängerung steht es 1:1. Und dann brennen ihm die Sicherungen durch: Zidane streckt Italiens Marco Materazzi mit einem Kopfstoß nieder. Der Glatzkopf des Franzosen hämmert auf die Brust des Italieners.

Zidane fliegt vom Platz. Frankreich verliert das Finale im Elfmeterschießen. Italien ist Weltmeister. Zidane beendet seine aktive Karriere.

Inzwischen ist Zidane in die französische Nationalmannschaft zurückgekehrt – als Trainer. Am Freitag trifft Frankreich bei Zidanes Heimdebüt ausgerechnet auf Italien. Das Thema auf der Pressekonferenz setzte sich also von selbst.

Zidane auf der Pressekonferenz

Zidane auf der Pressekonferenz

Foto: Mohammed Badra / EPA

Klar, stolz sei er nicht auf den Kopfstoß von damals, betonte Zidane laut der Nachrichtenagentur SID. Aber er bereue ihn auch nicht. Die Szene gehöre zu seiner Karriere dazu. »Ich glaube, wir alle befinden uns auf einem Lebensweg, auf dem wir Dinge tun, die nicht gerade toll sind«, sagte Zidane. »Zum Glück habe ich nicht nur das gemacht und es gibt noch andere, schönere Momente. Deshalb denke ich eher an die positiven Momente.«

Zidane steht über den Dingen, könnte man meinen. Und zumindest sportlich dürfte darin eine gewisse Berechtigung liegen. Zidane gewann als Spieler alle wichtigen Titel; 1998 schon holte er die WM, 2000 auch noch die Europameisterschaft. Und auch als Trainer gewann Zidane mit Real Madrid bereits dreimal die Champions League.

Aber mit Materazzi reden? Das habe er seit jenem Tag nicht mehr getan. Jahre nach dem WM-Finale in Berlin sagte Materazzi, dass er vor dem Kopfstoß Zidanes Schwester beleidigt habe.

Der Italiener übrigens hat sich aus dem Weltfußball zurückgezogen. Zuletzt trainierte er 2017 in Indien. Seinen Platz in der Fußballgeschichte hat Materazzi aber sicher. Nicht nur wegen des WM-Titels. Auch und vor allem wegen seines Wegs dorthin.

hba