SpOn 16.10.2026
01:12 Uhr

Yucatán: Mexiko sperrt Seen wegen »hirnfressender« Amöbe


Die künstlichen Gewässer in Luxusanlagen sollen eigentlich dem Wassersport dienen – doch vorerst bleiben mehrere Seen in Mexiko gesperrt. Analysen nach einem Todesfall hatten einen schlimmen Verdacht bestätigt.

Yucatán: Mexiko sperrt Seen wegen »hirnfressender« Amöbe

Im mexikanischen Bundesstaat Yucatán sind sechs Seen gesperrt worden, nachdem dort die sogenannte hirnfressende Amöbe nachgewiesen wurde. Gesundheitsbehörden untersuchten nach einem Todesfall durch den Einzeller Naegleria fowleri das Wasser in sechs der neun Seen in dem bei Touristen beliebten Bundesstaat, wie das Gesundheitsministerium von Yucatán mitteilte.

Im September hatte sich ein Wasserskilehrer mit der Amöbe infiziert und war gestorben. Bei den gesperrten Gewässern handelt es sich den Angaben zufolge um künstliche Seen, die in Luxuswohnanlagen und Einkaufszentren zu Freizeitzwecken – etwa Wasserski, Kajakfahren oder Stand-up-Paddling – angelegt wurden.

Es ist der erste nachgewiesene Todesfall durch die Amöbe in dem Bundesstaat. Yucatán ist bekannt für seine Strände am Golf von Mexiko, seine Badeorte und Maya-Ruinen. Auch als Cenoten bezeichnete natürliche Süßwasserbecken in Kalksteinlöchern zählen zu den Attraktionen des Staats. Die Gesundheitsbehörden kündigten an, die Wasserqualität in diesen Becken strenger überwachen zu wollen.

Die Amöbe kann eine sogenannte primäre amöbische Meningoenzephalitis (PAM) verursachen – die Krankheit kann entstehen, wenn amöbenhaltiges Wasser in die Nase gelangt und die Amöben von dort ins Gehirn wandern.

Tödlicher Fall auch in den USA

Auch im nördlichen Nachbarland gibt es immer wieder vergleichbare Vorfälle. So war im August ein achtjähriges Mädchen in den USA nach einer Infektion mit Naegleria fowleri gestorben (mehr dazu hier). Nach Angaben ihrer Familie und von Gesundheitsbehörden kam sie vermutlich beim Schwimmen in einem See in der Nähe ihres Zuhauses mit dem Erreger in Kontakt.

Das Mädchen lebte im US-Bundesstaat Louisiana. Das dortige Gesundheitsministerium teilte am 19. August mit, dass sich eine Einwohnerin vermutlich mit dem Erreger Naegleria fowleri infiziert hatte, als sie im Lake Claiborne schwamm. Der See liegt etwa 48 Kilometer nordwestlich von Ruston, dem Wohnort des Kindes.

Mehr zum Thema

Die Krankheit ist äußerst selten, verläuft aber fast immer tödlich, berichtet auch die US-Gesundheitsbehörde CDC.  Naegleria fowleri überträgt sich nicht von Mensch zu Mensch.

Personen, die sich angesteckt haben, bekommen typischerweise starke Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit und Erbrechen. Im weiteren Verlauf können laut der Behörden ein steifer Nacken, Krampfanfälle und ein Koma auftreten, das zum Tod führen kann. Die Symptome setzen gewöhnlich etwa fünf Tage nach der Infektion ein, können aber auch bereits nach einem bis spätestens zwölf Tagen auftreten.

jok/AFP