SpOn 17.09.2026
18:10 Uhr

Wuppertal: Festnahme nach Brandanschlag auf Synagoge


In Wuppertal ist neben einer Synagoge Feuer gelegt worden. Laut Polizei ist ein Verdächtiger gefasst. Verletzte gab es bei dem Anschlag nicht. Der Zentralrat der Juden äußerte sich tief besorgt.

Wuppertal: Festnahme nach Brandanschlag auf Synagoge

Nach einem Brandanschlag auf die Synagoge der Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen. Ein Verdächtiger wurde festgenommen, es entstand ein geringer Sachschaden, wie die Nachrichtenagenturen KNA und dpa sowie die »Jüdische Allgemeine«  übereinstimmend unter Berufung auf die Polizei berichten. Verletzte gab es bei der Tat am Nachmittag demnach nicht.

Nach SPIEGEL-Informationen handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen 37-jährigen afghanischen Staatsbürger. Er soll eine brennbare Flüssigkeit auf den Stufen eines Cafés, das im Erdgeschoss des jüdischen Gemeindezentrums liegt, vergossen und angezündet haben. Der Verdächtige wurde umgehend nach der Tat überwältigt. Er ist offenbar wegen kleinerer Delikte polizeibekannt und soll auch einen Beutel mit Urin bei sich gehabt haben.

»Fortschreitende Normalisierung des Judenhasses«

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland zeigte sich betroffen. »Was mich zutiefst verstört, ist die Seelenruhe, mit welcher der Täter in Wuppertal diesen Anschlag am helllichten Tag durchgeführt hat«, so Josef Schuster. Von Unrechtsbewusstsein oder Scham fehle jede Spur. »Dieses Vorgehen bezeugt die fortschreitende Normalisierung des Judenhasses, auf die unsere Gesellschaft bisher keine Antwort gefunden hat.«

Schuster wies darauf hin, dass in drei Tagen der höchste jüdische Feiertag Jom Kippur bevorstehe. »Alle Synagogen werden voll sein. Die Sicherheitsbehörden sind in der Pflicht, die Sicherheit der Gottesdienste zu gewährleisten. Wir wollen und werden uns nicht davon abhalten lassen, unsere Religion zu leben.«

Der Zeitpunkt des Anschlags erinnere an die Anschläge von Chanukka 2025 in Sydney, Jom Kippur 2025 in Manchester sowie den Anschlag in Halle 2019, so der Zentralratspräsident weiter. In Wuppertal selbst sei 2014 bereits ein Brandanschlag auf die Synagoge verübt worden. »Es bleibt das Muster antisemitischer Gewalt, Feiertage auszuwählen, um Angst zu verbreiten und jüdisches Leben immer weiter aus der Öffentlichkeit zu verdrängen.«

sol/tgk/dpa/KNA