SpOn 10.08.2026
18:28 Uhr

Waldbrand: Feuer in Andalusien »außerhalb der Löschkapazität«


Spanien erlebt eine heftige Waldbrandsaison, in Griechenland kämpfen 200 Einsatzkräfte gegen einen neuen Brand nahe der Hauptstadt. Und in Deutschland muss die Polizei wegen eines brennenden Waldstücks die Autobahn sperren.

Waldbrand: Feuer in Andalusien »außerhalb der Löschkapazität«

Vielerorts in Europa kämpft die Feuerwehr gegen Waldbrände. Nun hat sich ein Feuer im Südwesten Spaniens ausgebreitet. Die Regionalregierung von Andalusien schätzt die betroffene Fläche auf mehr als 20.000 Hektar, was etwa so groß ist wie das Stadtgebiet von Hannover. Das Feuer sei derzeit »außerhalb der Löschkapazität«, sagte der andalusische Innenminister Antonio Sanz. Nicht wegen fehlender Mittel, sondern »aufgrund des extremen und unberechenbaren Verhaltens der Flammen«. 479 Personen wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht.

Das Feuer war bereits am Donnerstag in Raboconejo ausgebrochen und hatte sich rasch ausgebreitet. Es sollen ungefähr 600 Einsatzkräfte im Einsatz sein, die in hügeligem, teils schwer zugänglichem Gebiet zeitweilig von mehr als 20 Löschflugzeugen und Hubschraubern unterstützt wurden.

Mehr zum Thema

Spanien wird in diesem Jahr von einer außergewöhnlichen Waldbrandsaison heimgesucht. »Seit Jahresbeginn sind fast 200.000 Hektar betroffen«, sagte Umweltministerin Sara Aagesen. Nach Angaben des spanischen Waldbrandportals »Incendios Forestales« waren am Montag landesweit 41 Wald- und Vegetationsbrände aktiv. Die meisten Feuer brannten demnach in der bei Urlaubern beliebten Region Valencia im Osten sowie in Kastilien und León im Nordwesten des Landes. Betroffen waren aber auch die Regionen Andalusien, Katalonien und Kastilien-La Mancha.

In vielen Regionen Europas, auch in Deutschland, brennen derzeit Wälder. Unter anderem in Griechenland, Frankreich und Deutschland berichteten die Einsatzkräfte am Montag von Bränden.

  • Nahe der griechischen Hauptstadt Athen waren am Montagmorgen fast 200 Feuerwehrleute und Dutzende Löschfahrzeuge im Einsatz. Die Behörden ordneten die Evakuierung des nahe gelegenen Dorfes Agios Stylianos an. Bereits Anfang des Monats hatte ein schwerer Waldbrand nordwestlich von Athen mehr als 11.000 Hektar Vegetation und Dutzende Häuser im Badeort Porto Germeno zerstört.

Hubschrauber im Einsatz bei einem Waldbrand südlich von Athen

Hubschrauber im Einsatz bei einem Waldbrand südlich von Athen

Foto: Aris Messinis / AFP
  • In Südfrankreich konnten Feuerwehrleute am Montagmorgen einen am Vortag ausgebrochenen Waldbrand nordwestlich von Montpellier unter Kontrolle bringen. Mehr als 270 Feuerwehrleute und sechs Löschflugzeuge waren im Einsatz. Drei Feuerwehrleute wurden nach Behördenangaben verletzt.

  • Im Departement Drôme im Südosten Frankreichs kämpft die Feuerwehr weiter gegen einen vor einer Woche ausgebrochenen Waldbrand. Das Feuer fraß sich nach Behördenangaben in gebirgigem Gebiet bislang über 400 Hektar fort.

  • In Südniedersachsen ist die Autobahn zwischen Göttingen und Kassel wegen eines brennenden Waldstücks von der Polizei gesperrt worden. Laut Polizei brannte es im Wald auf Höhe von Hannoversch Münden zwischen den Anschlussstellen Hedemünden und Lutterberg.

  • Im hessischen Rodenbach ist die Feuerwehr seit Montagmittag im Einsatz. Die Ausdehnung des Feuers im direkten Grenzgebiet zu Unterfranken sei noch nicht abschätzbar, hieß es Polizei.

  • In Rheinland-Pfalz sind 200 Einsatzkräfte im Einsatz, um einen Brand im Westerwald auf einer Fläche von 500 Quadratmetern zu bekämpfen. Was das Feuer ausgelöst hat, ist laut Feuerwehr noch unklar.

Europaweit wächst die Brandgefahr, warnt der Ökologe Thomas Hickler, nicht nur im Süden. Warum er den deutschen Wald vor einer Zeitenwende sieht, lesen Sie hier .

jml/dpa/AFP