Zoé Kammermann, SPIEGEL:
Die Menschen hier haben berichtet von Husten, von Schwindel, von Übelkeit durch den Rauchgeruch und die Partikel in der Luft.
Dichter giftiger Rauch nur rund 15 Kilometer vor Bordeaux. Hundertausende Menschen wurden in Südfrankreich evakuiert, auch, weil der Feinstaub in der Luft gesundheitsgefährdend ist. Ein Großteil wurde in Notunterkünfte wie hier im Norden vonBordeaux gebracht.
Zoé Kammermann, SPIEGEL:
»Viele Altenheime wurden hierhin evakuiert, aber auch Familien mit kleinen Kindern. Menschen, die keine Angehörigen haben und nirgendwo sonst hingehen konnten. Wir waren gestern schon vor Ort, da roch es sehr, sehr stark nach Verbranntem. Trotzdem trägt niemand eine Maske. Der Bürgermeister von Bordeaux hatte gestern auf unsere Nachfrage gesagt, dass Masken zumindest bestellt wurden. Hier in der Halle und auch drumherum ist die Stimmung erstaunlich ruhig. Trotzdem merkt man jetzt am zweiten Tag, in dem wir hier sind, dass es langsam anfängt, auch unangenehm zu riechen. In dieser Halle sind super viele Tiere, auch Katzen, Hunde, die alle jetzt auch auf engstem Raum mit den Menschen hier untergekommen sind. Manche Wohnungen wird es nicht mehr geben, wenn die Leute hier wieder rausgehen. Trotzdem hoffen natürlich vielenoch, gerade die, die aus den wegen Feinstaubbelastung evakuierten Gebieten kommen, dass sie zurückkehren können, sobald wie möglich.«
Der Großbrand ist aktuell stabil, aber noch nicht vollständig unter Kontrolle. Laut französischem Feuerwehrverband könne es noch »mehrere Wochen, sogar mehrere Monate andauern«, ehe er vollständig gelöscht ist. Sorge bereitet auch einebevorstehende Hitzewelle, die die Lage verschärfen und die Zahl der Einsätze erhöhen könnte. Das Feuer hat inzwischen rund 42.000 Hektar Wald und Buschland zerstört.