Wadym Filaschkin, Gouverneur der Oblast Donezk, postete bei Telegram Fotos eines brennenden Busses und von Trümmern. Offenbar leblose Körper sind auf dem Bild verpixelt. »Russland kommt mit dem Tod auf ukrainischen Boden. Es greift unsere Städte an, tötet unsere Menschen und verübt täglich mehr Verbrechen«, schreibt Filaschkin: »Dafür gibt es keine Rechtfertigung.«
Filaschkin rief die noch im Gebiet Donezk verbliebenen Menschen dazu auf, in sicherere Regionen der Ukraine zu fliehen. Trotz der Evakuierungsappelle weigern sich immer wieder viele Bewohnerinnen und Bewohner, ihr Hab und Gut zurückzulassen.
Russland hat sich bislang nicht zu den Berichten geäußert.
Russland überzieht die Ukraine seit mehr als viereinhalb Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Kramatorsk ist neben Slowjansk die letzte von der Ukraine kontrollierte Großstadt in der Region Donezk. Die Stadt, in der vor Beginn des russischen Angriffskriegs 150.000 Menschen lebten, ist für die Logistik der ukrainischen Streitkräfte an der Front von großer Bedeutung.
Bei einem der schwersten russischen Luftangriffe auf die Ukraine waren am Mittwoch nach ukrainischen Angaben mindestens 32 Menschen getötet und 100 weitere verletzt worden. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem der »niederträchtigsten Angriffe«. Die schwersten Verluste gab es in der Stadt Pryluky in der nördlichen Region Tschernihiw, wo eine russische Rakete ein fünfstöckiges Wohnhaus zerstörte. Regionalgouverneur Wjatscheslaw Tschaus zufolge starben dort 20 Menschen, darunter fünf Kinder.
Selenskyj wies darauf hin, dass die Angriffe mit dem Geburtstag des russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammenfielen. »Das ist die Art von Geburtstagsgeschenk, das Putin sich selbst gemacht hat: die Tötung von Kindern, die Tötung von Menschen«, sagte er in seiner abendlichen Videoansprache.
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