Die Ukraine hat nach eigenen Angaben in der Nacht weitere 21 russische Öltanker im Asowschen Meer mit Drohnen attackiert. Neben den Tankern hätten die Drohnen auch vier Schlepper, zwei Trockenfrachter und einen Schwimmbagger getroffen, teilte der Generalstab in Kyjiw auf Telegram mit. Das Ausmaß der Schäden werde noch geprüft, heißt es. Es wäre die zahlenmäßig größte Attacke einer schon seit Tagen laufenden Angriffswelle.
Russland hatte zuvor deutlich geringere Angaben zu dem Beschuss gemacht. So schrieb der Gouverneur der Region Rostow, Juri Sljussar, in der Nacht seien vier Schiffe angegriffen worden. »Ein Mensch wurde getötet, der Matrose auf einem technischen Schiff«, teilte er auf Telegram mit. Seinen Angaben nach sind die Schäden an Bord – unter anderem bei einem Tanker, der hochentzündliches Methanol geladen habe – gering. Es bestehe keine Gefahr, dass die Fracht auslaufe. Unabhängig lassen sich die Angaben beider Kriegsparteien nicht überprüfen.
Ukrainische Soldaten bereiten eine Drohne vor, die Truppenteile an der Front versorgen soll
Foto: Iryna Rybakova / Ukrainian 93rd Mechanized brigade / APSchon in den vergangenen Tagen hatte die Ukraine immer wieder Schiffe auf dem Asowschen Meer, aber auch Umschlagkapazitäten an Land wie den Hafen in Taganrog angegriffen. Kyjiw zielt eigenen Angaben nach darauf, die Treibstoffversorgung der im Süden und Osten der Ukraine stationierten russischen Truppen und den lukrativen russischen Ölexport zu unterbinden.
Neuer Raketenangriff auf Kyjiw
Währenddessen ist in der Nacht die ukrainische Hauptstadt erneut unter russischen Raketenbeschuss geraten. Der Feind habe die Stadt mit ballistischen Raketen angegriffen, teilten Bürgermeister Vitali Klitschko und Militärgouverneur Tymur Tkatschenko auf Telegram mit. Sie riefen die Anwohnerinnen und Anwohner auf, sich in Schutzräume zu begeben.
Nach offiziellen Angaben sollen mindestens elf Menschen bei den Angriffen verletzt worden sein. Unter den Opfern sei auch ein Kind, teilte der Katastrophenschutz mit.
Bei den nächtlichen Attacken sei es in mehreren Bezirken zu Bränden gekommen. Nach vorläufigen Angaben Tkatschenkos gab es Schäden in einem Stadtbezirk im Ostteil der Stadt. Im Westteil Kyjiws brach demnach ein Brand in einem Bürogebäude aus. Zudem sei ein unbewohntes Gebäude beschädigt worden.
Russische Truppen haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau die Siedlung Batschiwsk in der nordukrainischen Region Sumy eingenommen. Auch diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
