SpOn 22.05.2026
13:37 Uhr

USA pausieren laut Pentagon wegen Irankrieg Waffenlieferungen an Taiwan – dort wurde man nicht informiert


Eine geplante Milliarden-Rüstungslieferung an Taiwan ist laut dem US-Marine-Staatssekretär auf Eis gelegt worden. Als Grund nannte er den Munitionsbedarf im Irankrieg. In Taipeh weiß man davon offenbar nichts.

USA pausieren laut Pentagon wegen Irankrieg Waffenlieferungen an Taiwan – dort wurde man nicht informiert

Die USA haben Waffenlieferungen an Taiwan nach Angaben des Pentagon wegen des Irankriegs auf Eis gelegt. Das taiwanische Präsidialamt teilte am Freitag mit, keinerlei Informationen darüber erhalten zu haben.

US-Marine-Staatssekretär Hung Cao hat am Donnerstag bei einer Kongressanhörung gesagt, für eine geplante Rüstungslieferung im Umfang von 14 Milliarden Dollar – rund zwölf Milliarden Euro – an Taiwan gebe es »eine Pause, um sicherzustellen, dass wir die Munition haben, die wir für ›Epic Fury‹ brauchen«. Das ist der Name des US-Militäreinsatzes gegen Iran.

Cao versicherte, die USA würden noch über große Mengen an Munition verfügen. »Aber wir stellen einfach nur sicher, dass wir alles haben. Dann werden die Waffenverkäufe ins Ausland fortgesetzt, sobald die Regierung es für notwendig hält.«

US-Präsident Donald Trump, der vergangene Woche China besucht hatte, hat die Rüstungslieferung an Taiwan nicht fest zugesagt. Das weckt Befürchtungen, dass Trump bei der Unterstützung Taipehs nachlassen könnte. Die Volksrepublik China betrachtet das demokratisch regierte Taiwan als sein eigenes Territorium und strebt eine »Wiedervereinigung« an, notfalls mit einer Invasion.

Trump will nach eigenen Angaben in Kürze über die neuen Waffenlieferungen an Taiwan entscheiden. Auf dem Rückflug von Peking nach Washington sagte er, die Frage hänge »von China« ab und sei für die USA eine »sehr gute Verhandlungsmasse«.

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Vor seinem Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping hatte Trump erklärt, mit dem Präsidenten über US-Waffenverkäufe an Taiwan sprechen zu wollen – eine Abkehr von der bisherigen US-Linie, Peking hierzu nicht zu konsultieren. Ein US-Gesetz verpflichtet Washington, Taiwan Waffen zu dessen Verteidigung bereitzustellen.

Wenige Tage nach seinem Besuch in Peking erklärte Trump zudem, nun mit Taiwans Staatschef sprechen zu wollen. Das gab es seit vier Jahrzehnten nicht. China erklärte, es lehne solche Kontakte »entschieden« ab.

aeh/AFP/Reuters