Nach dem Tod zweier US-Soldaten durch iranischen Beschuss und den nächtelangen US-Bombardements in Iran schwören beide Seiten Rache.
Das US-Militär griff in der achten Nacht in Folge Ziele in Iran an, das teilte das Regionalkommando Centcom auf X mit.
Es habe unter anderem darauf abgezielt, die iranischen Revolutionswächter, die in der vorherigen Nacht Angriffe auf amerikanische Soldaten in Jordanien verübt hätten, »schnell zu bestrafen« . Getroffen worden seien militärische Küstenüberwachungs- und Flugabwehranlagen sowie Raketen- und Drohnenlagerstätten.
— U.S. Central Command (@CENTCOM) July 19, 2026
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Die den iranischen Revolutionswächtern nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim berichtete am frühen Morgen Ortszeit, dass mindestens sechs Raketen in Gebieten am Rande der Insel Gheschm im Persischen Golf eingeschlagen seien. Nähere Einzelheiten dazu wurden zunächst nicht gemeldet.
US-Beamte vermuten Unterstützung aus China oder Russland
Die beiden Soldaten seien am Freitag in Jordanien ums Leben gekommen, als sich die US-Streitkräfte und Verbündete gegen iranische Raketen- und Drohnenangriffe verteidigten, teilte Centcom mit. Ein weiterer Soldat werde noch vermisst. Die offiziell bekannte Zahl der im Krieg gegen Iran gefallenen US-Soldaten steigt damit auf 16.
Es ist das erste Mal seit den Anfangstagen des Irankriegs, den die USA und Israel am 28. Februar begonnen hatten, dass das US-Militär Tote durch iranischen Beschuss meldete.
Iran habe sich auf die US-Abwehrsysteme eingestellt und feuere Raketen ab, die mit extrem hoher Geschwindigkeit fliegen und während ihres Sturzflugs manövrieren könnten, zitierte das »Wall Street Journal« US-Beamte. Die Fähigkeit Irans, empfindliche Ziele zu treffen, bestärke Befürchtungen, dass Teheran bei der Zielerfassung Unterstützung aus China oder Russland erhalte.
Trump: »Sehr traurige Sache«
US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Tod der US-Soldaten laut dem US-Sender NewsNation als »eine sehr traurige Sache«. »Wir sehen das ungern«, sagte er und bekräftigte einmal mehr, Iran dürfe keine Atomwaffen haben.
Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi hatte laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars zuvor mitgeteilt, man habe das Mitte Juni mit den USA vereinbarte Rahmenabkommen ausgesetzt und fühle sich nicht mehr daran gebunden. Trump sagte dazu nach Angaben von NewsNation, das sei ihm »völlig egal«. Der US-Präsident steht innenpolitisch wegen seiner Entscheidung für den Irankrieg zunehmend unter Druck.
Ziel des Abkommens von Mitte Juni war, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal zur Beendigung des Krieges auszuhandeln. Auch sollte die Straße von Hormus geöffnet werden. Seit Anfang April galt zudem eine Waffenruhe, die Trump jedoch selbst kürzlich für beendet erklärte.
In Iran starben nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums seit der neuen Eskalation mit den USA mindestens 50 Menschen. Mehr als 500 weitere Menschen wurden demnach bei den jüngsten Angriffen des US-Militärs verletzt. Die Regierung in Teheran berichtet in der Regel nur über zivile Opfer. Über Verluste unter den eigenen Streitkräften gibt es keine offiziellen Daten.
