Erst sollte Harvard eine Milliarde US-Dollar Schadensersatz zahlen, nun klagt die US-Regierung gegen die Eliteuniversität: Das Justizministerium habe die Hochschule wegen der Diskriminierung jüdischer und israelischer Studierender verklagt, heißt es in einer Mitteilung der Behörde . Nach den Terrorangriffen der Hamas im Oktober 2023 habe die Universität »antisemitische Mobs« geduldet und bedrohte Studierende nicht ausreichend geschützt.
Anfang Februar hatte US-Präsident Donald Trump Harvard scharf attackiert: Seine Regierung verlange Schadensersatz von der Hochschule und wolle künftig keinerlei Beziehungen mehr zu ihr. Auch damals lautet der Vorwurf unter anderem Antisemitismus.
Der Konflikt ist Teil einer größeren Auseinandersetzung zwischen der Trump-Regierung und mehreren Spitzenuniversitäten . Das Weiße Haus wirft Teilen der Hochschullandschaft eine linksliberale Ausrichtung sowie unzureichende Maßnahmen gegen Antisemitismus vor und versucht zugleich, über Fördermittel politischen Einfluss auszuüben. Harvard war dabei besonders unter Druck geraten. Der Universität waren zeitweise staatliche Forschungsgelder entzogen worden, ein Bundesgericht erklärte dies jedoch für rechtswidrig und ordnete die Freigabe der Mittel an.
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»Seit dem 7. Oktober 2023 haben zu viele unserer Bildungseinrichtungen zugelassen, dass Antisemitismus auf dem Campus um sich greift – darunter auch Harvard«, sagt Justizministerin Pam Bondi nun laut der Mitteilung. Die Klage unterstreiche das Ziel der Regierung, mehr Engagement von den Hochschulen zu verlangen und Diskriminierung nicht mehr zu dulden. Ende Februar hatte das Justizministerium eine ähnliche Klage gegen die Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA) eingereicht.
Bei der Verleihung der Nobelpreise im vergangenen Oktober räumten mal wieder US-Forscher ab. Doch Amerikas Ausnahmestellung ist bedroht durch den Großangriff des Präsidenten auf Bildung und Forschung, schreibt US-Korrespondent Claus Hecking in seinem SPIEGEL-Leitartikel. Lesen Sie hier , welche andere Großmacht von Trumps Vorgehen bereits profitiert.
