US-Verteidigungsminister Pete Hegseth plant einen weiteren Einschnitt in die militärische Führungsspitze. Offiziell sollen die zusätzlichen Kürzungen bei Generälen und Admirälen in einer für Mittwoch geplanten Rede vor Soldaten verkündet werden. Das Pentagon hat die Pläne jedoch bereits bestätigt, nachdem unter anderem das »Wall Street Journal« darüber berichtet hatte.
Laut dem Ministerium sollen die Teilstreitkräfte den bereits im Frühjahr beschlossenen Abbau verdoppeln: Statt der ursprünglich geplanten zehn Prozent sollen nun insgesamt 20 Prozent der rund 800 entsprechenden Dienstposten wegfallen. Bis zum 1. Januar 2027 soll die Kürzung abgeschlossen sein.
Hochrangige Offizierinnen überproportional häufig betroffen
Präsident Donald Trump oder Hegseth haben seit ihrem Amtsantritt bereits mehr als zwei Dutzend Militärführer entlassen oder zum Rücktritt gedrängt. Dazu zählt auch der ranghöchste uniformierte Offizier des Heeres, General Randy George, der im April abberufen wurde. Außerdem entließen sie die einzigen beiden Frauen im Rang eines Viersterneoffiziers sowie unverhältnismäßig viele weitere hochrangige Offizierinnen.
Hegseth will seine Pläne auf dem Stützpunkt des Marinekorps in Quantico im Bundesstaat Virginia vorstellen. Zum zweiten Mal in Folge hält er dort eine Rede, die das Pentagon als »State of the Force« bezeichnet. Laut einem Bericht des US-Senders Fox News könnten Generäle ab dem Einsternerang sowie Marineoffiziere in vergleichbarer Position betroffen sein.
Bei seiner Ansprache vor gut einem Jahr hatte Hegseth sämtliche Generäle und Admiräle zusammengebracht. Er erklärte die »woke« Kultur für beendet und kündigte neue Vorgaben für Soldaten an – darunter geschlechtsneutrale oder an männlichen Maßstäben orientierte Fitnessstandards.
Als Hegseth erstmals Pläne zum Abbau der höchsten militärischen Dienstgrade ankündigte, begründete er dies damit, redundante Strukturen zu beseitigen und die Führung zu optimieren und zu verschlanken. In einem im Mai 2025 veröffentlichten Memo erklärte er, Ziel sei es, das Militär von »unnötigen bürokratischen Ebenen« zu befreien.
Die Zahl der Generalsdienstposten ist gesetzlich festgelegt. Unbesetzt bleiben können Stellen dennoch, wenn dem Kongress keine Nachfolger vorgeschlagen werden.
Konflikt mit dem US-Kongress
Hegseths Verhältnis zum Kongress ist bereits angespannt. Zudem droht ihm ein Amtsenthebungsverfahren: Der Republikaner Thomas Massie, Abgeordneter aus Kentucky, hat entsprechende Anklagepunkte gegen ihn wegen seiner Führung des Pentagon und seines Umgangs mit dem Irankrieg vorgelegt.
Der Demokrat Jack Reed, ranghöchstes Mitglied der Minderheit im Streitkräfteausschuss des Senats, mahnte, Kürzungen in der militärischen Führung müssten mit dem Kongress abgestimmt werden. Die geplanten Einschnitte »sollten jeden Amerikaner alarmieren«.
»Der Kongress hat dem Minister deutlich gemacht, dass er uns konsultieren und seine Gründe für die Abberufung hochrangiger Offiziere und das Zurückhalten von Beförderungen erläutern muss. Bislang haben wir keine zufriedenstellenden Antworten erhalten«, sagte Reed.
Das Militär führe weltweit große Operationen durch und stehe bereits unter Druck, fügte er hinzu. Der Abbau hochrangiger Stellen werde die Belastung verschärfen und die Befehlskette stören – ausgerechnet in einer Phase, in der Kontinuität besonders wichtig sei.
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