SpOn 30.09.2026
08:50 Uhr

USA: Freizeitpark in Kalifornien schließt gefährliche Achterbahn


Der US-Freizeitpark Six Flags Magic Mountain hat angekündigt, eine beliebte Achterbahn dauerhaft stillzulegen. Mehr als 100 Fahrgäste hatten geklagt, Hirnverletzungen erlitten zu haben.

USA: Freizeitpark in Kalifornien schließt gefährliche Achterbahn

Die X2 im Freizeitpark Six Flags Magic Mountain gilt für viele Achterbahnfans als besondere Attraktion. Die Achterbahn im US-Bundesstaat Kalifornien erreicht laut Betreiber eine Höchstgeschwindigkeit von 122 Kilometer pro Stunde. Unabhängig von der Schiene drehen sich die Sitze um 360 Grad. Die Fahrgäste hängen teilweise kopfüber oder stürzen rückwärts nahezu senkrecht 65 Meter in die Tiefe.

Doch nun hat der Park angekündigt, die Achterbahn aus Sicherheitsgründen dauerhaft zu schließen, wie unter anderem die BBC berichtet. Mehr als 100 Fahrgäste hatten demnach zuvor angegeben, Hirnverletzungen erlitten zu haben. Der Freizeitpark erklärte, die Attraktion habe eine Reihe von Sicherheitstests bestanden. Dennoch habe man beschlossen, sie außer Betrieb zu nehmen, weil dies das Richtige sei: »Die Sicherheit unserer Fahrgeschäfte ist ein Grundpfeiler unseres Unternehmens. Wenn wir feststellen, dass das Vertrauen unserer Gäste beeinträchtigt ist, nehmen wir das ernst.«

Die Entscheidung folgte auf Klagen und Medienberichte, denen zufolge Fahrgäste nach einer Fahrt mit der X2 Hirnverletzungen erlitten haben. Eine Anwaltskanzlei, die einige der Kläger vertritt, teilte mit, für ihre Mandanten komme die Entscheidung »zu spät«. Die Kanzlei Dordick Law Corporation, die Zivilklagen gegen den Park eingereicht hat, erklärte laut BBC, etwa 400 Menschen hätten sich an sie gewandt. Sie hätten angegeben, Verletzungen erlitten zu haben, die ihrer Ansicht nach durch die Fahrt verursacht worden seien.

»Für die Menschen, die bereits verletzt wurden, ändert das jedoch nichts«

»Sie stiegen mit der Erwartung eines Nervenkitzels in X2. Stattdessen erlitten sie schwere Hirnverletzungen«, teilte die Kanzlei mit. »Einige mussten sich einer Notoperation am Gehirn unterziehen. Andere kämpfen noch immer darum, ihr Leben zurückzugewinnen.« Die Kanzlei begrüße zwar die Schließung der Bahn, um künftige Gäste zu schützen, erklärte sie. »Für die Menschen, die bereits verletzt wurden, ändert das jedoch nichts.«

Eine Kanzlei, die die Familie des 22-jährigen Christopher Hawley vertrat, der 2022 nach einer Fahrt mit X2 starb, erklärte, die Schließung sei nicht genug. Die Familie Hawley sei »erleichtert, zu hören, dass Six Flags X2 endlich schließt«, sagte Anwalt Brent Wisner von Wisner Baum LLP der BBC . »Das ändert jedoch nichts daran, dass Christopher Hawley durch eine gefährliche Achterbahn ums Leben kam, die fast zwei Jahrzehnte lang betrieben werden durfte.«

Mehr zum Thema

Hawleys Familie hatte sich dem Bericht zufolge im August mit dem Freizeitpark in einem Rechtsstreit geeinigt. »Diese Tragödie lässt sich nicht rückgängig machen«, sagte Wisner und forderte rechtliche Reformen, eine vorausschauende Regulierung und eine wirksame staatliche Aufsicht. »Wir können uns nicht darauf verlassen, dass gewinnorientierte Unternehmen erst dann das Richtige tun, wenn genügend Menschen zu Schaden gekommen sind«, fügte er hinzu. »Wir hoffen, dass die Attraktion, die X2 ersetzen wird, sicher ist.«

wit