SpOn 16.09.2026
20:13 Uhr

US-Notenbank Fed erhöht Leitzins erstmals seit 2023


Wegen des Irankriegs und hoher Inflation: Fed-Chef Kevin Warsh hebt den Leitzins erstmals seit mehr als drei Jahren an. Damit geht er auf Konfrontationskurs mit US-Präsident Trump.

US-Notenbank Fed erhöht Leitzins erstmals seit 2023

Erstmals seit 2023 erhöht die US-Notenbank Fed den Leitzins. Die Zinsspanne steigt um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4 Prozent, wie der Zentralbankrat der Federal Reserve (Fed) in Washington mitteilte. Notenbankchef Kevin Warsh gerät damit auf Konfrontationskurs mit Donald Trump. Der US-Präsident fordert seit Langem niedrigere Zinsen und hatte eigens dafür Warsh im Mai an die Spitze der Fed gesetzt. Vorgänger Jerome Powell war nicht bereit, die Zinsen zu senken.

Das Problem Trumps Irankrieg treibt massiv die Energiepreise und daher auch die Inflation. Für das laufende Jahr rechnet die Zentralbank mittlerweile mit einer Teuerungsrate von 3,7 Prozent – im Juni waren die Experten noch von 3,6 Prozent ausgegangen. Vor Beginn des Irankriegs lag die Erwartung bei 2,7 Prozent für das laufende Jahr.

Die Inflation im kommenden Jahr erwarten die Experten weiter bei 2,3 Prozent.

Warsh besänftigt zwei Lager

Warsh möchte nun gleich zwei Lager von Kritikern besänftigen . So vermissten einige Experten seit seinem Amtsantritt im Mai tatsächliche Schritte, um der von ihm priorisierten Preisstabilität nachzukommen. An den Finanzmärkten war befürchtet worden, dass eine sechste Zinspause in Folge seit Dezember 2025 die Glaubwürdigkeit der Fed massiv beschädigt hätte.

Zudem sagten ihm Skeptiker eine zu große Nähe zu Trump nach. Warshs Personalie war umstritten: Volkswirte befürchteten, dass sich die Fed von einer datenbasierten Geldpolitik entfernen und politisch gesteuert agieren könnte. Warsh hingegen beteuert, er habe sich gegenüber dem Präsidenten zu keiner bestimmten Zinsentscheidung verpflichtet und sei von diesem auch nie dazu aufgefordert worden. Er wolle die Fed unabhängig weiterführen.

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Vergangene Woche hatte schon die Europäische Zentralbank (EZB) angesichts der wegen des Irankriegs gestiegenen Teuerung ihren Leitzins erhöht, bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr. Die Notenbank hob den für Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins von 2,25 auf 2,5 Prozent an.

esk/hba/dpa