SpOn 06.10.2026
04:33 Uhr

Trump genehmigt Erschießung von Amokläufer von Fort Hood


Nidal Hasan tötete 2009 auf einem US-Stützpunkt 13 Menschen. Nun soll das Todesurteil gegen den ehemaligen Militärpsychiater vollstreckt werden. Das Erschießungskommando hatte der Verteidigungsminister empfohlen.

Trump genehmigt Erschießung von Amokläufer von Fort Hood

Das Thema Todesstrafe wird in den USA nach dem Skandal um die verpfuschte Hinrichtung von Christa Pike (mehr dazu hier) derzeit kontrovers diskutiert. Mitten in diese Debatte kommt die Meldung, dass Präsident Donald Trump die Erlaubnis für die Hinrichtung des zum Tode verurteilten Amokläufers Nidal Hasan gegeben hat. Dieser hatte 2009 auf einem US-Armeestützpunkt 13 Menschen getötet.

Verteidigungsminister Pete Hegseth habe »empfohlen, dass der verurteilte Terrorist Nidal Malik Hasan durch ein Erschießungskommando der US-Armee hingerichtet wird«, teilte Pentagonsprecher Sean Parnell am Montag im Onlinedienst X mit. Trump habe dem »zugestimmt«.

Hegseth werde »Zeitpunkt und Ort« der Hinrichtung festlegen, erklärte Parnell weiter. Er fügte hinzu: »Für Hasan ist nun endlich der Tag des Gerichts gekommen.« Es ist das erste Mal seit 1961, dass die US-Armee eine Hinrichtung vollstrecken wird.

Der damalige Armeepsychiater Hasan, ein muslimischer US-Bürger palästinensischer Herkunft, hatte 2009 auf dem Armeestützpunkt Fort Hood im Bundesstaat Texas bei seinem Amoklauf zwölf Soldaten und einen Zivilisten erschossen sowie 30 Soldaten verletzt. Ein US-Militärgericht befand Hasan 2013 für schuldig und verurteilte ihn zum Tode (mehr zu dem Prozess hier). Das Gericht sah es damals als erwiesen an, dass die Tat von der Ideologie des Terrornetzwerks al-Qaida inspiriert war.

Schüsse auf unbewaffnete Soldaten

Hasan hatte entschieden, sich in dem Prozess vor mehr als einem Jahrzehnt selbst zu verteidigen. Allerdings rief er keine Zeugen auf und unternahm keinen Versuch, die Anklagepunkte zu bestreiten. Die Pflichtverteidiger vermuteten, dass er die Vollstreckung der Todesstrafe anstrebte.

»Die Beweise werden eindeutig zeigen, dass ich der Schütze bin«, hatte Hasan erklärt. Er hatte nach eigenen Angaben auf seine Kameraden geschossen, weil diese in Afghanistan in einem »illegalen Krieg« gegen Muslime kämpfen würden.

Mehr zum Thema

Hasan stand wenige Wochen vor einer Entsendung nach Afghanistan, als er am frühen Nachmittag des 5. November 2009 das Feuer auf unbewaffnete Kameraden eröffnete. Das Massaker ereignete sich in einem Sanitätsgebäude von Fort Hood, in dem der Psychiater eingesetzt war.

Augenzeugen sagten damals aus, der Major habe »Allahu akbar« (arabisch für »Gott ist größer«) geschrien, bevor er mit einer halb automatischen Pistole um sich geschossen habe. Polizisten erwiderten das Feuer und verletzten Hasan schwer, der seitdem querschnittsgelähmt ist.

jok/AFP