SpOn 17.03.2026
16:08 Uhr

Taucha: Feuerwehrmann bei Einsatz in Sachsen geblitzt – Bußgeld und Fahrverbot


Er wollte schnell zum Löschen kommen, dann wurde ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatzfahrzeug geblitzt. In Taucha in Sachsen gibt es nun einen Streit über die Konsequenzen.

Taucha: Feuerwehrmann bei Einsatz in Sachsen geblitzt – Bußgeld und Fahrverbot

Ein Feuerwehrmann war mit einem Einsatzfahrzeug auf dem Weg zu einem gemeldeten Brand und wurde geblitzt. Mit mehr als 40 Kilometern pro Stunde über dem Limit war Ray Lange im sächsischen Taucha unterwegs. Die Behörde forderte Bußgeld und Fahrverbot, der Feuerwehrmann legte Einspruch ein. Das berichtete die  »Leipziger Volkszeitung« (LVZ).

Hintergrund ist ein Einsatz im Mai 2025. Auf dem Weg zur Einsatzstelle wurde das Feuerwehrfahrzeug in einer Tempo-30-Straße geblitzt – mit 69 Kilometern pro Stunde. Der 55-Jährige hatte ordnungsgemäß Blaulicht und Martinshorn eingeschaltet. Rund einen Monat nach dem Einsatz erhielt er Post vom Ordnungsamt. In dem Schreiben wurde er zur Stellungnahme aufgefordert. Die Stadt Taucha verhängte schließlich einen Bußgeldbescheid mit einem Bußgeld von 369 Euro, zwei Punkten in Flensburg sowie ein einmonatiges Fahrverbot.

Verhältnis zur Stadt belastet

Es kommt zur Auseinandersetzung zwischen Feuerwehr und Verwaltung in der 15.000-Einwohner-Gemeinde Taucha nordöstlich von Leipzig. Nach Langes Angaben wäre ein vorgeschlagener Vergleich einer Anerkennung der Schuld gleichgekommen. Das Verfahren liegt nun beim Amtsgericht. Bei einem Einsatz müsse man erst mal schnell sein – wie groß die Not ist, »das erfahren wir erst, wenn wir vor Ort sind«, sagt Lange in einem Video der LVZ .

34 Jahre lang war Ray Lange bei der Freiwilligen Feuerwehr in Taucha, nach diesem Vorfall ist er ausgetreten. In einem offenen Brief, der laut LVZ auf der Jahreshauptversammlung der Tauchaer Wehr verlesen wurde, schreibt er: »Nach 34 Jahren Dienst am Bürger ist es für mich unerträglich, dass mir aus meiner Tätigkeit ein persönlicher Schaden erwächst, anstatt Schutz durch die Stadt Taucha zu erfahren«, so Lange weiter.

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Auch der damalige Stadtwehrleiter zog Konsequenzen: Er legte sein Amt nieder und begründete den Schritt unter anderem mit einem gestörten Vertrauensverhältnis zur Stadtverwaltung. Der Bürgermeister der Stadt Taucha betonte die Bedeutung eines respektvollen Umgangs zwischen Feuerwehr, Verwaltung und Politik und entschuldigte sich dafür, dass sich die Situation so entwickelt habe. Ziel sei es, die Zusammenarbeit künftig wieder zu stabilisieren.

esk