SpOn 20.07.2026
14:44 Uhr

Table Media: Chefredakteur Michael Bröcker verlässt Berliner Medien-Start-up


Das Berliner Medien-Start-up Table Media steht bald ohne Chefredaktion da. Nach dem angekündigten Abgang von Helene Bubrowski wechselt auch der Journalist Michael Bröcker zur direkten Konkurrenz.

Table Media: Chefredakteur Michael Bröcker verlässt Berliner Medien-Start-up

Table Media verliert offenbar fast seine gesamte journalistische Leitungsebene: Wie der Axel-Springer-Verlag am Montag verkündete, wird Chefredakteur Michael Bröcker das Berliner Briefing-Start-up demnächst verlassen und übergreifender Politikchef der Premium-Gruppe werden, die die deutschen Ausgaben von »Politico« und »Business Insider« sowie die »Welt«-Gruppe umfasst. Zusätzlich übernimmt er demnach auch die Chefredaktion von »Politico Deutschland«. Zuvor berichtete das Portal »Medieninsider«.

Wann der Wechsel vollzogen werden soll, ist unklar. Von Springer heißt es, Bröcker werde »zum nächstmöglichen Zeitpunkt« zur Redaktion stoßen. Zuvor war bereits bekannt geworden, dass Helene Bubrowski, die Table Media als Co-Chefredakteurin leitete, zur »FAZ« wechselt, wo sie Herausgeberin werden soll. Übrig bleibt demnach noch Till Hoppe, der bislang als Mitglied der Chefredaktion geführt wurde.

Journalistin Helene Bubrowski

Journalistin Helene Bubrowski

Foto: Horst Galuschka / dpa / picture alliance

Springer mit weiteren Personalien

Bröcker beerbt in seiner neuen Rolle Gordon Repinski, beide hatten zuvor in der Redaktion von »The Pioneer« zusammengearbeitet. Repinski soll laut Springer die neu geschaffene Position des International Political Anchors der Premium-Gruppe übernehmen. Zusätzlich wird Annett Meiritz vom »Handelsblatt«, wo sie seit November 2017 US-Korrespondentin ist, zu »Politico Deutschland« wechseln, um dort Vizechefredakteurin zu werden, wie Axel Springer weiter mitteilte. Zuvor arbeitete sie unter anderem für den SPIEGEL.

Table Media ist ein Journalismus-Start-up, das sich auf Newsletter und Podcasts spezialisiert hat. Es wurde 2019 vom früheren »Tagesspiegel«-Herausgeber Sebastian Turner gegründet. Einen möglichen Nachfolger für die nun ausgedünnte Chefredaktion soll er laut »Medieninsider« noch nicht gefunden haben.

»Nie war es einfacher und billiger, neue Medien zu gründen – trotzdem macht es kaum jemand«, schrieb Turner vor einiger Zeit in einem Gastbeitrag für den SPIEGEL. »Wie lässt sich das ändern? Subventionen für die Zustellung von Zeitungen sind der falsche Weg.« Den ganzen Text lesen Sie hier. 

mkh