SpOn 15.10.2026
04:22 Uhr

Straße von Hormus: Zwei Containerschiffe nach Beschuss versenkt


Iran verschärft seine Angriffe in der Straße von Hormus. Gleich zwei Schiffe wurden beim Versuch der Durchfahrt versenkt. Ein weiteres konnte beschädigt aus der Gefahrenzone gebracht werden.

Straße von Hormus: Zwei Containerschiffe nach Beschuss versenkt

Die Straße von Hormus bleibt die wohl gefährlichste Schifffahrtsroute der Welt. Und zuletzt hat sich die Situation für Transporte durch die umkämpfte Meerenge noch einmal dramatisch verschärft. Das zeigen die Vorfälle rund um mehrere Schiffe, die in dem Gebiet angegriffen wurden.

Ein Containerschiff ist bei der Fahrt durch die Straße von Hormus gesunken. Das teilte die Hafenbehörde in Singapur mit. Demnach wurden die »GFS Pride« und ein weiteres in Singapur registriertes Schiff von unbekannten Geschossen getroffen, während sie die Meerenge passierten.

Die »GFS Pride« sei dabei beschädigt worden und habe Feuer gefangen. Inzwischen sei das Schiff gesunken. Die 21 Besatzungsmitglieder konnten rechtzeitig evakuiert werden, hieß es in der Mitteilung. Berichte über Verletzte gibt es demnach keine. Laut dem Schiffsortungsdienst Vesselfinder befand sich die »GFS Pride« auf dem Weg zum Hafen Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Das zweite angegriffene Schiff, die »GFS Giselle«, habe Schäden am Schiffsrumpf erlitten, aber mit eigenem Antrieb einen sicheren Hafen erreicht, so die Mitteilung weiter. Die 22 Besatzungsmitglieder seien in Sicherheit und unverletzt. Die Singapurer Behörde verurteilte die Angriffe als »unprovoziert, nicht zu rechtfertigen und Verstoß gegen internationales Recht«.

Auch die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, die den Revolutionswächtern nahesteht, hatte über ein gesunkenes Containerschiff berichtet. Dieser Darstellung zufolge fuhr der Frachter in der Straße von Hormus auf eine Seemine. Nach iranischen Angaben waren 2500 Container geladen. Aufnahmen aus der Region zeigen Dutzende Container im Wasser.

Offenbar ist auch die »Cape Dao« gesunken

Der britische »Guardian« berichtet zudem , nur Stunden nach der »GFS Pride« sei auch das Containerschiff »Cape Dao« nahe der Straße von Hormus gesunken. Die »Cape Dao« unter der Flagge von Antigua und Barbuda war demnach bereits am 23. September von einem Geschoss getroffen und schwer beschädigt worden. Ein Mensch war damals ums Leben gekommen.

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Irans Streitkräfte haben ihre Angriffe auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus in den vergangenen Tagen intensiviert. Sie attackieren dabei in der Regel Tankschiffe und Frachter, die sich auf einer südlichen Route nahe der omanischen Küste befinden. Seit mehreren Monaten begleitet die US-Marine dort zivile Handelsschiffe, um den Handel mit Öl und Flüssiggas wieder zu ermöglichen. Teheran betrachtet die Route als »illegal« und fordert die Passage entlang der iranischen Küste.

Iran blockiert seit Beginn des Krieges Ende Februar mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr weitestgehend. Auch das US-Militär hat wiederholt zivile iranische Schiffe attackiert. Die an ihrer engsten Stelle nur 35 bis 40 Kilometer breite Straße von Hormus ist im Irankrieg zum zentralen Konfliktpunkt zwischen Iran und den USA geworden.

jok/dpa