Ein inzwischen gelöschter Beitrag von US-Energieminister Chris Wright hat Spekulationen über eine militärische Begleitung von Öltankern durch die Straße von Hormus ausgelöst. Dies berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur AFP.
Wright hatte im Onlinedienst X zunächst von einer »erfolgreichen« Eskorte eines Tankers durch die strategisch wichtige Meerenge berichtet. Wenig später verschwand der Beitrag jedoch wieder.
In der ursprünglichen Nachricht hatte der Minister geschrieben, die US-Marine habe einen Öltanker sicher durch die Passage zwischen Iran und Oman geleitet, um den Fluss von Öl auf die Weltmärkte zu gewährleisten. In einem beigefügten Video hatte er angekündigt, weitere Schiffe würden folgen. Damit erfülle Präsident Donald Trump sein Versprechen, die globale Energieversorgung während des Militäreinsatzes gegen Iran zu sichern.
Ölpreise kurzfristig gesunken
Die Aussage hat kurzfristig für Bewegung an den Rohstoffmärkten gesorgt. Die Preise für Rohöl haben deutlich nachgegeben: Die Nordseesorte Brent ist zeitweise um gut 15 Prozent auf rund 84 Dollar pro Barrel gefallen.
Kurz darauf ist Wrights Beitrag jedoch nicht mehr auf seinem Profil zu finden gewesen. Eine Erklärung dafür hat es zunächst nicht gegeben.
Weißes Haus widerspricht Eskortierung
Das Weiße Haus hat der Darstellung des Ministers widersprochen. Regierungssprecherin Karoline Leavitt hat in Washington mitgeteilt, die USA hätten bislang keine Öltanker oder andere Schiffe durch die Straße von Hormus eskortiert.
Auch aus Iran hat es umgehend Widerspruch gegeben. Die Revolutionswächter haben erklärt, kein amerikanisches Schiff habe sich der Meerenge genähert.
US-Präsident Donald Trump hat erst vergangene Woche angekündigt, festsitzenden Tankern bei Bedarf militärischen Geleitschutz durch die Straße von Hormus zu gewähren. Die iranischen Revolutionswächter haben die Passage nach Beginn der US-israelischen Angriffe auf Iran vor rund elf Tagen für geschlossen erklärt. Die daraus resultierende Verknappung hat die Preise für Öl und Gas stark steigen lassen.
Wichtigster Engpass im weltweiten Energiehandel
Die Straße von Hormus gilt als einer der wichtigsten Engpässe im weltweiten Energiehandel. Durchschnittlich haben dort täglich rund 20 Millionen Barrel Rohöl die Passage passiert – fast ein Fünftel des weltweiten Verbrauchs. Auch etwa 20 Prozent des weltweiten Handels mit verflüssigtem Erdgas haben durch die Meerenge geführt.
Trump hat am Montag ein baldiges Ende des Konflikts mit Iran in Aussicht gestellt. In der Folge haben die Ölpreise an den Weltmärkten bereits deutlich nachgegeben. Der Präsident steht wegen der gestiegenen Spritpreise zunehmend auch innenpolitisch unter Druck.
