SpOn 13.09.2026
20:21 Uhr

Schweden-Wahl: Linkes Lager laut Prognose knapp vorn


Schwedens Mitte-links-Bündnis kommt laut einer Wählerbefragung des öffentlich-rechtlichen Senders SVT zusammen auf etwa 51 Prozent der Stimmen. Damit liegt es vor dem regierenden rechten Block mit knapp 47 Prozent.

Schweden-Wahl: Linkes Lager laut Prognose knapp vorn

Bei der Parlamentswahl in Schweden zeichnet sich ein Sieg der von den Sozialdemokraten angeführten Opposition ab. Die Sozialdemokraten von Ex-Regierungschefin Magdalena Andersson sind Prognosen zufolge mit 28,4 Prozent die stärkste Kraft geworden – ob das für eine Regierungsbildung reicht, ist aber noch offen.

Insgesamt lagen die vier linken Oppositionsparteien – neben den Sozialdemokraten die Linken, Grünen und die liberale Zentrumspartei – mit 51,3 Prozent der Stimmen wenige Prozentpunkte vor dem rechten Lager.

Das Mitte-rechts-Bündnis von Regierungschef Ulf Kristersson aus Konservativen, Christdemokraten und Liberalen holte laut der Prognose rund 47 Prozent. Die konservative Partei von Kristersson erhielt 18,1 Prozent der Stimmen.

Die rechtspopulistischen Schwedendemokraten kamen auf 17,2 Prozent – sie büßten erstmals seit ihrem Einzug ins Parlament im Jahr 2010 an Zustimmung ein.

Welches politische Lager am Ende eine Mehrheit der 349 Sitze im schwedischen Reichstag für sich beanspruchen kann, wird sich erst noch zeigen. Der Prognose zufolge haben die Herausforderer der Opposition aber die bessere Ausgangslage.

Migration und Bandenkriminalität als Wahlkampfthema

Rund acht Millionen Schwedinnen und Schweden waren aufgerufen, abzustimmen. Im Wahlkampf ging es unter anderem um die Herausforderungen des Landes im Umgang mit Migration, um Bandenkriminalität und um eine Verschärfung des Strafrechts. Aber auch um die Frage, ob die Rechtspopulisten in Schweden erstmals Teil einer Regierung werden könnten.

»Sie (die Schwedendemokraten, Anm. d. R.) haben einen schwedischen Weg des Populismus entwickelt. Er ist nicht laut oder schreiend, sondern wirkt gemäßigter, bleibt aber provokant«, hatte Wahlforscher Torbjörn Sjöström vom schwedischen Meinungsforschungsinstitut »Novus« laut der ARD vor der Wahl erklärt.

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Kristerssons Koalition aus seinen Konservativen, Christdemokraten und Liberalen regierte in den vergangenen Jahren seit der Wahl 2022 bereits mit Unterstützung der Rechtspopulisten. Der Vorsitzende der Schwedendemokraten, Jimmie Åkesson, hatte vor der Wahl geäußert: »Wir hatten die Chance, Verantwortung zu übernehmen. Diese Chance haben wir genutzt.«

msh/dpa/Reuters/AFP