Im Konflikt mit der Huthi-Miliz ist Saudi-Arabien erneut das Ziel von Angriffen geworden. Ein Verwaltungsgebäude des staatlichen Ölkonzerns Aramco in Dhahran im Osten des Landes sei am Dienstagabend getroffen worden, teilte das Energieministerium mit. Tote oder Verletzte habe es nicht gegeben. In der Hauptstadt Riad wurden nach Zivilschutz-Angaben unterdessen vier Menschen verletzt, als zwei Marschflugkörper der jemenitischen Huthi-Miliz abgeschossen wurden. Die Trümmer beschädigten auch 15 Häuser.
Nach Drohungen der Huthi-Miliz und Luftalarm war in Riad am Dienstagabend eine heftige Explosion zu hören gewesen. Zuvor hatten die Behörden die Bewohner der Stadt per Mobiltelefon vor einer »feindlichen Bedrohung aus der Luft« gewarnt.
In der Ostprovinz im Osten des Königreichs hatte die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition gegen die Huthis nach eigenen Angaben zwei von den Huthis abgefeuerte ballistische Raketen abgefangen und zerstört. Eine Rakete zielte demnach auf die Stadt Dhahran, in der sich der Hauptsitz von Aramco befindet. Beim Abfangen der Rakete seien auch Trümmer auf ein Wohnviertel gestürzt. Die zweite Rakete habe die ebenfalls in der Ostprovinz gelegene Stadt Harad mit ihren Ölanlagen zum Ziel gehabt.
Auch in der Ostprovinz waren die Einwohner per Mobiltelefon vor einer Bedrohung aus der Luft gewarnt worden. Wenig später gaben die Behörden dort Entwarnung.
Erneut Angriffe auf Schiffe gemeldet
In der Straße von Hormus wurden unterdessen nach britischen Angaben erneut zwei Schiffe angegriffen. Ein Tanker und ein Containerschiff seien in der Meerenge von »unbekannten Geschossen« getroffen worden, teilte die britische Schifffahrtsbehörde UKMTO mit. Zu möglichen Opfern oder Schäden machte sie zunächst keine Angaben. Demnach wurde eine Untersuchung geleitet.
Werbeschild von Saudi-Arabiens staatlichem Ölkonzern Aramco
Foto: Amr Nabil / APDie Militärkoalition um Saudi-Arabien bestätigte ihrerseits weitere Angriffe auf den Jemen. Betroffen gewesen seien eine Ölanlage in der von den Huthis kontrollierten jemenitischen Hauptstadt Sanaa und zwei weitere Einrichtungen in den Provinzen Saada und Dhamar, erklärte ein Sprecher. Diese hätten der Kriegsführung der Huthis gedient. Vor dem Angriff in Sanaa hatte die Koalition die Zivilbevölkerung aufgefordert, das Gelände zu räumen.
Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz hatte für Angriffe auf Sanaa Vergeltung angekündigt. Jeder Angriff auf Sanaa werde »mit einer harten und schmerzhaften Antwort in der feindlichen Hauptstadt Riad beantwortet«, erklärte Huthi-Militärsprecher Yahya Saree. Als mögliche Ziele nannte er den Flughafen und eine Aramco-Raffinerie in Riad sowie den Aramco-Hauptsitz in Dammam.
Ronaldo-Spiel muss auf 2027 verschoben werden
Bei Huthi-Angriffen auf den Flughafen von Riad waren in den vergangenen Tagen 18 Menschen getötet worden, davon 13 allein bei einem Angriff am Samstag. Dabei wurden mehr als 300 weitere Menschen verletzt.
Die Saudi Pro League hat als Folge der Angriffe drei weitere Spiele verlegt, darunter das Auswärtsspiel von Al-Nassr mit Superstar Cristiano Ronaldo bei Al-Ahli. Die für Donnerstag geplante Partie findet nun erst am 6. März 2027 statt. Das bestätigte die Liga und verwies auf »logistische Regelungen«. Meister Al-Nassr hatte Medienberichten zufolge um eine Verschiebung der Begegnung gebeten, da der Flugverkehr in Saudi-Arabien derzeit stark eingeschränkt ist. Die Alternative wäre eine etwa elfstündige Busreise nach Jeddah gewesen.
