SpOn 12.10.2026
12:08 Uhr

SPD: Lars Klingbeil kündigt Neuwahl der Parteispitze zum Jahreswechsel an


Die gesamte SPD-Führungsriege soll sich auf einem Parteitag im Winter zur Wahl stellen. Das hat Parteichef Lars Klingbeil nach dem Rückzug von seiner Co-Vorsitzenden Bärbel Bas erklärt. An der Doppelspitze will er festhalten.

SPD: Lars Klingbeil kündigt Neuwahl der Parteispitze zum Jahreswechsel an

Nach dem Rücktritt von SPD-Chefin und Arbeitsministerin Bärbel Bas will die SPD auf einem Bundesparteitag Ende des Jahres ihre gesamte Führung neu zur Wahl stellen. Auf einen entsprechenden Vorschlag habe sich die SPD-Führung geeinigt, sagte Parteichef Lars Klingbeil in Berlin. An der Doppelspitze beim SPD-Vorsitz will er festhalten. »Ich habe damals als Generalsekretär diese Doppelspitze eingeführt, und ich halte sie auch für richtig«, sagte Klingbeil. Natürlich werde es auch auf einem Bundesparteitag eine Doppelspitze geben.

Ob er selbst noch einmal antritt, teilte Klingbeil nicht mit. Stattdessen sagte er: »Ich werde jetzt alles dafür tun, dass die SPD die beste Aufstellung an der Spitze hat (...).« Dazu werde er seinen Teil beitragen und so habe er das im Präsidium auch deutlich gemacht. »Alles Weitere werden wir miteinander besprechen.«

​Der Bundesfinanzminister ‌betonte, dass es bei einer weiblichen und männlichen Doppelspitze bei der SPD bleiben ‌solle. Er habe Kanzler Friedrich Merz informiert, dass der ‌frühere rheinland-pfälzische Ministerpräsident ​Alexander ‌Schweitzer neuer Bundesarbeitsminister werden ‌solle. Schweitzer sei »auf dem Berliner Parkett kein Unbekannter«, betonte der SPD-Chef. Er bringe Erfahrung als Arbeits- und Sozialminister und als Ministerpräsident mit.

Das sei für mich »die wichtigste Prämisse« gewesen, »dass jetzt bei den wichtigen Themen der Arbeitsmarktpolitik und der Rentenpolitik sofort Handlungsfähigkeit und Stabilität in der Regierung hergestellt ist«, betonte Klingbeil. »Die SPD ist handlungsfähig, die SPD steht zu dieser Regierung.«

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Bärbel Bas war am Morgen mit sofortiger Wirkung als Arbeitsministerin und als SPD-Chefin zurückgetreten. Als Grund gab sie einen persönlichen Schicksalsschlag sowie »öffentliche Angriffe auf mich« an. Dabei nannte sie ausdrücklich die »Reihen des Koalitionspartners«.

Schweitzer, der ihr nachfolgen soll, ist schon länger für höchste Ämter in Berlin im Gespräch. Er gilt als Pragmatiker – doch ob die Umsetzung von Reformen mit ihm einfacher wird als mit der Parteilinken Bas, ist offen. Regierungssprecher Stefan Kornelius verwies auf die Regelungen im Grundgesetz zur Entlassung und Ernennung von Ministerinnen und Ministern und betonte, der Nachfolger werde nun Schritt für Schritt antreten.

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kev/atr/AFP/dpa/Reuters