SpOn 23.09.2026
16:27 Uhr

Russland: Behörden berichten von Bärenplage in Sibirien – sechs Tote


In Russland gibt es immer mehr Bären, seit den Neunzigern hat sich die Population mehr als verdoppelt. Weil sich tödliche Angriffe auf Menschen häufen, ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Russland: Behörden berichten von Bärenplage in Sibirien – sechs Tote

In Sibirien sind binnen eines Monats sechs Menschen durch Bären getötet worden. Die russische Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt wegen möglicher Fahrlässigkeit, die örtlichen Behörden stünden im Verdacht, die Bärenpopulation nicht ausreichend unter Kontrolle zu halten, heißt es.

Die Behörden hätten trotz zahlreicher Warnungen »keine Maßnahmen ergriffen, um die Raubtier-Population zu regulieren oder sie von bewohntem Gebiet fernzuhalten«. Nach Angaben des russischen Umweltministeriums erhöhte sich die Bärenpopulation in ganz Russland seit 1990 von rund 130.000 auf fast 308.000. Jährlich gibt es demnach etwa 20 bis 30 Bärenangriffe.

Anfang des Monats waren in einem Wald nahe der abgelegenen Stadt Podtjossowo in der Region Krasnojarsk die Leichen zweier von Bären getöteter Rentnerinnen entdeckt worden. Nur Tage später fiel ein Fabrikarbeiter im selben Wald einem Bärenangriff zum Opfer. Seither gab es drei weitere tödliche Bärenangriffe in der Region, zuletzt wurde am Mittwochmorgen ein Holzfäller getötet. Ganz ungewöhnlich sind Todesfälle durch Bärenangriffe in Sibirien nicht, es gibt immer wieder Berichte darüber. In der Menge jedoch schon.

Die in der Taiga gelegene Stadt Abasa sei »von allen Seiten« von Bären umgeben, sagte der stellvertretende Verwaltungschef der Nachbarregion Chakassien, Dmitri Butschenik. Die Stadt sei »praktisch unter Belagerung durch Bären«. Videos zeigen einen am Stadtrand durch einen Fluss schwimmenden Bären und drei Bären, die direkt vor Autos eine Straße überqueren.

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In Irkutsk rief Gouverneur Igor Kobsew wegen der Bärenplage den Ausnahmezustand aus. Bewohner der Region hatten in den vergangenen Wochen mehr als 1500 Bärensichtungen nahe bewohnten Gebieten gemeldet. Kobsew warnte die Menschen vor Spaziergängen in den Wäldern.

hba/AFP