Nach dem Motto »Vorbereitung ist die halbe Miete« recherchiert Rosamunde Pike, 47, britische Schauspielerin, fast schon skrupulös ihre Rollen. Für ihr aktuelles Theaterengagement, in dem sie als gestresste Richterin brilliert, deren 18-jähriger Sohn eines sexuellen Übergriffs beschuldigt wird, war das nicht anders.
Sie besuchte Gerichtsverhandlungen und sprach mit jungen Männern, um zu erfahren, wie 18-Jährige heutzutage mit ihren Eltern und untereinander sprechen. Sie kaufte persönlich Zitronen, um sicherzustellen, dass eine perfekte Frucht für die Vorstellung zur Verfügung stand: In einer Szene musste Pike eine Zitrone auffangen. Das alles berichtete sie jetzt der »Sunday Times« anlässlich der Wiederaufnahme von »Inter Alia« am Wyndham’s Theatre in London. Das Stück feierte im vergangenen Jahr seine Uraufführung am National Theatre und brachte Pike überschwängliche Kritiken und eine Nominierung für den Oliver Award ein.
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Sich als Schauspielerin am echten Leben zu orientieren, scheint keine Selbstverständlichkeit zu sein, schenkt man Pike Glauben: Einige Kollegen »lernen, wie ein Polizeikommissar sein sollte, indem sie Krimis schauen«, sagte sie. Als Bondgirl Miranda Frost in »Stirb an einem anderen Tag« (2002) sei auch sie nicht optimal vorbereitet gewesen, gestand sie: Sie hätte »viel besser« sein können, wenn sie zum Beispiel mit jemandem vom Geheimdienst gesprochen hätte, um ihre Darstellung realistischer auszugestalten. Es ehrt sie, dass sie so viele Jahre später noch hadert – ihre Leistung verhalf ihr damals zum internationalen Durchbruch.
