In seinen drei Wochen Haft hat der frühere französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy ein ganzes Buch geschrieben. Auch der österreichische Investor René Benko sucht im Gefängnis nach einem Zeitvertreib. Anscheinend möchte er als Tischler arbeiten. Sein Anwalt Norbert Wess bestätigte der Nachrichtenagentur dpa einen entsprechenden Bericht des Magazins »Trend« .
Bis vor Kurzem sei Benko fast ständig mit der Bearbeitung seines Strafakts beschäftigt gewesen, so Wess. Da sich sein Mandant zumindest aktuell nicht mit weiteren Ermittlungssträngen auseinandersetzen müsse, bestehe nun die Möglichkeit, einer Beschäftigung nachzugehen.
Der Ex-Milliardär hatte mit seiner Firmengruppe Signa ein verschachteltes Immobilien- und Handelsimperium aufgebaut. Steigende Zinsen und Baukosten sowie risikoreiche Zukäufe wie die der deutschen Warenhauskonzerne Karstadt und Kaufhof trieben die Signa in die Insolvenz.
Benko sitzt seit mehr als einem Jahr in Untersuchungshaft – wegen Betrugsverdachts im Zuge der Insolvenz seiner Signa-Gruppe. Er ist inzwischen zweimal wegen des Verdachts der Schädigung seiner Gläubiger verurteilt worden. Beide Urteile des Landesgerichts Innsbruck sind bislang nicht rechtskräftig.
Luxusleben trotz drohender Insolvenz
Die Benkos gönnten sich lange ein Luxusleben. In seiner Villa N in Innsbruck lebte er hinter dem Säuleneingang mit seiner Familie, im Keller ein Nachbau der Blauen Grotte von Capri und im Foyer Ferraris. Benko hatte es zum Wunderkind der Immobilienwelt geschafft sowie auf die Forbes-Liste. Jetzt, in der U-Haft, geht er wohl zu den Basics zurück, ehrliches Arbeiten mit den Händen. Das ist zumindest der Schein, ob er sich wirklich an das Handwerk gewöhnen kann – ohne goldenen Klopapierhalter –, das ist offen.
Enge Mitarbeiter des einstigen Immobilienmoguls René Benko spürten früh, dass sein Reich zusammenbrechen würde. In Chats lästerten sie über den Chef. Mehr zum Innenleben des kollabierenden Konglomerates lesen Sie hier .
