Der Immobilieninvestor René Benko wechselt vom Gefängnis in den Hausarrest mit Fußfessel. Das Landesgericht Innsbruck habe einem entsprechenden Antrag des Signa-Gründers stattgegeben, teilte eine Gerichtssprecherin mit. Sein Anwalt hatte argumentiert, dass Benko sich nur außerhalb des Gefängnisses angemessen auf weitere Gerichtsverfahren vorbereiten könne.
Der Ex-Milliardär war erst im September in einem teilweise neu aufgerollten Prozess zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt worden. Das Landesgericht Innsbruck hatte es als erwiesen angesehen, dass der 49-Jährige seine Gläubiger betrügerisch geschädigt habe. Er habe einen Mietkostenvorschuss von 360.000 Euro für ein Anwesen in Innsbruck geleistet, obwohl es um sein Signa-Firmenimperium bereits sehr kritisch gestanden habe, so das Gericht.
60 Quadratmeter Platz
Für Benko wurde laut seinem Verteidiger Norbert Wess eine rund 60 Quadratmeter große Wohnung in Innsbruck angemietet. Wess begründete dies mit dem Recht auf ein faires Verfahren, allerdings solle auch das familiäre Umfeld des Unternehmers geschützt werden.
Der 49-Jährige muss sich bereits im November erneut vor Gericht verantworten. Die Anklagebehörde wirft ihm schweren Betrug im Zusammenhang mit einer Garantie gegenüber dem früheren Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner und dessen Familienstiftung vor.
Benko war bereits im Oktober 2025 rechtskräftig zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt worden, weil er kurz vor der Pleite seines Signa-Konzerns Geld beiseitegeschafft hatte. Einen großen Teil der Haftstrafe hat er verbüßt.
Der Immobilienjongleur hatte mit dem Kauf von Immobilien ein Millionenvermögen angehäuft. Für Aufsehen sorgte 2004 die Übernahme des Kaufhauses Tyrol in Innsbruck. In Wien entwickelte er in bester Innenstadtlage das Goldene Quartier. Ehe sein Imperium zerbrach, beteiligte er sich an Gebäuden wie dem Chrysler Building in New York, dem Nobelkaufhaus Selfridges in London oder dem Elbtower in Hamburg – und stieg bei der deutschen Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof ein.
Dem rasanten Aufstieg Benkos folgte ein ebenso steiler Abstieg. Hohe Baukosten, steigende Kreditzinsen und weitere Probleme führten den Handels- und Immobilienkonzern in die Insolvenz, die Ende November 2023 erklärt wurde. Im März 2024 stellte Benko Antrag auf Privatinsolvenz. Im Januar 2025 wurde er festgenommen.
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