SpOn 28.09.2026
13:14 Uhr

Prinz Harry löst in Kanada Versprechen ein und springt aus Flugzeug


Bei einem Besuch in einer kanadischen Klinik versprach Prinz Harry einem Kriegsveteranen einen gemeinsamen Fallschirmsprung. Nun hat er dieses Versprechen eingelöst. Allerdings anders als gedacht.

Prinz Harry löst in Kanada Versprechen ein und springt aus Flugzeug

Als gelernter Hubschrauberpilot hat Prinz Harry die ein oder andere Flugmeile gesammelt. Eine Maschine via Fallschirm zu verlassen, ist ebenfalls nichts Neues für ihn. Dennoch ist am vergangenen Freitag ein besonderer Moment für den britischen Royal gewesen: Er sprang aus einem Flugzeug – und löste damit ein Versprechen ein, das er einem 102 Jahre alten Veteranen des Zweiten Weltkriegs gegeben hatte.

Der Mann namens Ed Marshall lernte Harry im vergangenen November in einem Krankenhaus im kanadischen Toronto kennen. Dort erzählte Marshall dem Royal von einem Fallschirmsprung im Rahmen einer Spendenaktion anlässlich seines 100. Geburtstags. Harry habe die Idee nicht mehr losgelassen, »und gemeinsam schmiedeten sie Pläne für einen weiteren Sprung«, heißt es auf der Website der Sunnybrook Foundation , einer Organisation, die sich der Unterstützung der kanadischen Militär- und Veteranengemeinschaften widmet.

»Einen 102-jährigen Veteranen kann man nicht enttäuschen«

Allerdings: Wie Medien berichteten, sollen Marshalls Mediziner ihr Veto eingelegt haben, als sie den 102-Jährigen auf Sprungtauglichkeit überprüften. Marshall, im Zweiten Weltkrieg zum Fallschirmjäger ausgebildet, schickte deshalb seinen Enkel Bailey Fullan ins Rennen. Zusammen mit Harry sprang der dann vergangenen Freitag nahe Toronto aus einem Flugzeug – jeder mit einem professionellen Sprungpartner im Tandem. An Bord war auch Marshall, der das Spektakel aus der Luft verfolgen wollte.

Prinz Harry und Ed Marshall vor dem Abflug

Prinz Harry und Ed Marshall vor dem Abflug

Foto: Yuri Markarov / Canadian Press / ZUMA Press / dpa

»Ed war wirklich total begeistert«, sagte der Herzog von Sussex nach dem Fallschirmsprung zum kanadischen Sender CTV . »Und einen 102-jährigen Veteranen kann man nicht enttäuschen«, ergänzte er mit Blick auf sein Versprechen an Marshall, für einen gemeinsamen Sprung nach Kanada zurückzukehren. Nach dem medizinischen Sprungverbot sei der Senior »am Boden zerstört« gewesen. Umso mehr habe er sich gefreut, dass Marshall dennoch mit an Bord gekommen sei. »Sie haben ihm auch einen Fallschirm angelegt, und wir dachten schon, er würde wahrscheinlich allein springen. Zum Glück ist es nicht passiert«, witzelte Harry.

Küsse am Boden, Anruf bei Meghan

Laut CTV soll der Royal nach seiner Landung zunächst den Boden geküsst und kurz darauf seine Frau Meghan angerufen haben. Diese sei »sehr erleichtert« gewesen, dass ihr Mann wieder festen Boden unter den Füßen hatte.

Fullan (2.v.l.) und Harry (2.v.r.) mit ihren Tandem-Sprungpartnern nach der Landung

Fullan (2.v.l.) und Harry (2.v.r.) mit ihren Tandem-Sprungpartnern nach der Landung

Foto: Yuri Markarov / Canadian Press / ZUMA Press / dpa

Sprungpartner Fullan hatte nur lobende Worte für Harry übrig: »Man würde nie erwarten, dass jemand mit Ihrem Terminkalender so etwas macht und sich dafür selbst in Gefahr begibt«, sagte er an den Herzog gewandt zu CTV. Dass sich Harry Zeit nehme und sich für Marshalls Leistung und dessen Dienst interessiere, sei für die Familie surreal. »Aber wie mein Großvater schon gesagt hat: Er ist einfach ein ganz normaler Typ. Und genau so fühlt es sich für uns an.«

Mit der Aktion sammelten die Beteiligten Geld für die Sunnybrook und die True Patriot Love Foundation. Letztere trug dazu bei, die Invictus Games 2017 nach Toronto zu holen. Die Spiele sind ein 2014 von Harry ins Leben gerufenes internationales Sportereignis für verwundete, verletzte und erkrankte aktive sowie ehemalige Soldatinnen und Soldaten.

Rhys Whittock ist einer der bekanntesten Doppelgänger von Prinz Harry. Der SPIEGEL war mit ihm in London unterwegs. Die ganze Reportage lesen Sie hier: Die Prinzenrolle 

mkh