SpOn 11.03.2026
05:38 Uhr

News: Teures Tanken, Minister-Debatte um Boris Palmer in Baden-Württemberg, exzellente Unis


Boris Palmer scheint bereit für einen Regierungsjob. Die Koalition sucht ein Mittel gegen den Schmerz an der Zapfsäule. Und: Welche deutschen Unis gehören zur Elite? Das ist die Lage am Mittwochmorgen.

News: Teures Tanken, Minister-Debatte um Boris Palmer in Baden-Württemberg, exzellente Unis

Tanken tut weh

Heute Abend kommen im Kanzleramt die Spitzen von Union und SPD zum Koalitionsausschuss zusammen. Dass es dabei auch um die Folgen der Eskalation im Nahen Osten geht, liegt auf der Hand. Den Krieg spüren die Deutschen vor allem an der Zapfsäule. Wer tanken muss, stöhnt über immer weiter steigende Spritpreise. Dabei sanken die Ölpreise zuletzt sogar wieder. Wie passt das zusammen?

Benzinpreisanzeige in Hamburg: Abzocke? Nicht doch!

Benzinpreisanzeige in Hamburg: Abzocke? Nicht doch!

Foto: BREUEL-BILD / IMAGO

Der ADAC spricht vom sogenannten Rakete-und-Feder-Effekt. Der besagt, dass Kostensteigerungen raketenmäßig an die Verbraucher weitergegeben werden. Sinken die Kosten, dauert es auf wundersame Weise aber viel länger, bis Sie davon etwas spüren. Sehr langsam schwebt die Feder zu Boden. Merkwürdig auch, dass die Preise in Deutschland viel stärker gestiegen sind als im EU-weiten Durchschnitt. Abzocke? Die Mineralölwirtschaft weist solche Vorwürfe empört zurück (mehr dazu hier ). Überraschen dürfte das niemanden.

Während CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche erst einmal das Kartellamt die Preise prüfen lassen will, sieht die SPD schnellen Handlungsbedarf, um die Autofahrer zu entlasten. Nur wie?

  • Ein neuer Tankrabatt käme laut Ökonomen vor allem Besserverdienern zugute, ist klimapolitisch wenig nachhaltig und schlägt erfahrungsgemäß ohnehin nicht voll bis zum Verbraucher durch (mehr dazu hier ).

  • Von einer Übergewinnsteuer, wie es sie schon als Reaktion auf den Energiepreisschock nach Russlands Angriff auf die Ukraine gab, hätte vor allem der Staat etwas, aber nicht der Kunde an der Zapfsäule (mehr zur Übergewinnsteuer hier ).

  • Aus der SPD kommt auch der Ruf nach mehr Transparenz. So sollen Tankstellen die Preise nur noch einmal am Tag erhöhen dürfen, so wie es etwa in Österreich bereits üblich ist (mehr dazu hier).

Dass die Koalition schnell etwas beschließen wird, ist nicht zu erwarten. Am kommenden Montag will sich eine Taskforce der Regierungsfraktionen mit dem Thema befassen. Der Tankstellen-Interessenverband befürchtet indes, dass die Spritpreise auf 2,50 Euro oder sogar mehr steigen könnten.

Lesen Sie dazu auch den aktuellen SPIEGEL-Leitartikel

  • Beendet diesen Krieg jetzt! Donald Trump und Benjamin Netanyahu haben das iranische Regime mit ihrem Angriff geschwächt, jedoch nicht gestürzt. Zeit, Konsequenzen zu ziehen. 


Kann Palmer Minister?

Die Gespräche über eine Regierungsbildung in Baden-Württemberg haben noch nicht begonnen, aber eine mögliche Personalie in diesem Zusammenhang elektrisiert die Grünen schon jetzt. Oder sollte man besser sagen: alarmiert? Kommt darauf an, wen man fragt.

Cem Özdemir, Boris Palmer: Bewerbung eines Provokateurs

Cem Özdemir, Boris Palmer: Bewerbung eines Provokateurs

Foto: Katharina Kausche / dpa

Es geht um Boris Palmer und die Frage, ob dieser für einen Ministerpräsidenten Cem Özdemir seinen Job als Daueroberbürgermeister von Tübingen aufgeben und in die Landespolitik wechseln könnte. Als Minister zum Beispiel.

Özdemir weiß, was sich gehört. Er lobt seinen Freund und Berater, betont aber, dass jetzt keine Posten verteilt werden. Palmer selbst ist da weniger zurückhaltend. In Sandra Maischbergers ARD-Talkshow wich er gestern Abend aus, ohne irgendetwas auszuschließen (mehr zu seinem Auftritt hier ). Zuvor rühmte er sich in der »Südwest Presse« seiner Kompetenzwerte »an der Schnittstelle von Grünen und Schwarzen« und bot seine Hilfe an: Er könne sich »durchaus vorstellen, beruflich auch noch andere Aufgaben zu übernehmen«. Klingt nach einer Bewerbung.

Nur, so sehr er ihn auch schätzt, Özdemir weiß: Palmer provoziert, Palmer polarisiert. Irgendwann wird der Wahlsieger entscheiden müssen, ob er sich, einer möglichen Regierung und dem Land das immer wieder verhaltensauffällige Ex-Parteimitglied in exponierter Rolle wirklich antun möchte. Man muss kein Freund der Grünen Jugend sein, die ihn verachtet und bei der Wahlparty am liebsten rausgeworfen hätte (mehr dazu hier ), um zu wissen: Wo Palmer ist, ist der nächste Eklat nicht weit.


Wer bleibt exzellent?

Exzellenzuniversität – das ist ein begehrter Titel in der deutschen Hochschullandschaft. Nicht nur, weil er nach Elite und Spitzenforschung klingt (und genau das auch bedeuten soll). Sondern auch, weil er Millionen von Bund und Ländern bringt.

Studierende in einem Hörsaal des Karlsruher Instituts für Technologie: Begehrter Titel

Studierende in einem Hörsaal des Karlsruher Instituts für Technologie: Begehrter Titel

Foto: Uli Deck/ DPA

Neun Einzelunis und die »Berlin University Alliance« dürfen sich derzeit mit dem Exzellenzprädikat schmücken. Heute erfahren sie, ob es dabei bleibt und sie weiter als Spitzenhochschulen gefördert werden. Alle sieben Jahre werden die Voraussetzungen von einem Expertengremium überprüft; der Wissenschaftsrat und die Deutsche Forschungsgemeinschaft geben ihre Entscheidung gemeinsam mit CSU-Forschungsministerin Dorothee Bär am Abend bekannt. Gibt es Überraschungen und eine Hochschule muss den edlen Kreis verlassen?

Das interessiert auch jene Unis, die um die Aufnahme darin buhlen. Die Zahl der geförderten Exzellenzeinrichtungen kann im Herbst auf maximal 15 erhöht werden. Behalten alle aktuellen Titelträger ihren Status, wären fünf weitere Plätze zu vergeben. Elf Bewerber gibt es dafür, sieben Universitäten von Kiel bis Freiburg und vier Forschungsverbünde wie etwa die Universitätsallianz Ruhr oder die Rhein-Main-Unis in Frankfurt, Darmstadt und Mainz. Jeder Platz, der heute zusätzlich frei wird, steigert ihre Chancen in der nächsten Wettbewerbsrunde im Oktober.


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Gewinnerin des Tages…

»Miss Ostfriesland 2025«: Kuh Helene beim Wettbewerb in Leer

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Foto: Sina Schuldt / dpa

...wird eine Kuh. In Leer kürt der Verein Ostfriesischer Stammviehzüchter heute zum 44. Mal auf seiner »Excellent Schau« die schönste Kuh der Region: »Miss Ostfriesland«. Gesucht wird eine Nachfolgerin für Helene. Die rot-bunte Milchkuh von Bauer Thomas Rohdemann aus Berumerfehn im Landkreis Aurich hatte im vergangenen Jahr den Titel geholt.

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Emma Innocenti / DEEPOL / plainpicture

Sie überlegen, ob Sie noch zu jung sind, um ein Haus zu kaufen? Oder schon zu alt? Hier erfahren Sie, wann der beste Zeitpunkt gekommen ist – und worauf Sie achten müssen .

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Herzlich

Ihr Philipp Wittrock, Autor im SPIEGEL-Hauptstadtbüro