SpOn 16.07.2026
05:43 Uhr

News: Argentinien im WM-Finale - Vergesst den Fifa-Kommerz – dieses Spiel war wahrer Fußball!


Argentinien zieht ins WM-Finale ein. In Ludwigshafen zeigt sich die deutsche Krise. Und Markus Söder will sich einer Konkurrentin entledigen. Das ist die Lage am Donnerstagmorgen.

News: Argentinien im WM-Finale - Vergesst den Fifa-Kommerz – dieses Spiel war wahrer Fußball!
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Ein Fußballspiel, wie es sein sollte

Wir müssen selbstverständlich mit dem Spiel beginnen, mit diesem irren Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft. Wie Argentinien in den letzten Minuten den Rückstand gegen England in einen Sieg gedreht hat, das war nervenzerfetzend spannend, mitreißend leidenschaftlich und spielerisch beeindruckend. Kurz: alles, was ein Fußballspiel seinen Zuschauern bieten kann.

Lionel Messi, Spielmacher der argentinischen Nationalmannschaft

Lionel Messi, Spielmacher der argentinischen Nationalmannschaft

Foto: Ronald Wittek / EPA

»Ich will nicht, dass dieses Spiel zu Ende geht«, hat mein Kollege Henrik Bahlmann in unserem Liveblog zum Spiel geschrieben, da waren schon zehn Minuten nachgespielt (der Blog zum Nachlesen hier ). Da möchte ich ergänzen: Mit Recht konnten wir skeptisch sein angesichts dieser aufgeblähten WM im Trump-Land, mit ihren seltsamen Trinkpausen und noch seltsameren Funktionärsentscheidungen. Aber so ein Abend entschädigt für all das. Ich will nicht, dass diese Weltmeisterschaft jemals zu Ende geht – wenn sie solche Spiele zu bieten hat.


Der deutsche Wirtschaftsschwund

Wer etwas über den Zustand der deutschen Chemieindustrie (mehr hier ) erfahren möchte, kann heute nach Frankfurt am Main blicken: Am Vormittag um 10.30 Uhr lädt der Verband der Chemischen Industrie (VCI) dort zu seiner halbjährlichen Pressekonferenz.

Baustelle in Ludwigshafen: Trümmer, Müll, Verfall, Leerstand, Niedergang

Baustelle in Ludwigshafen: Trümmer, Müll, Verfall, Leerstand, Niedergang

Foto:

Martin Pötter / DER SPIEGEL

Der VCI zeigt sich plakativ unzufrieden mit den politischen Entscheidungen in Berlin und Brüssel: Auf seiner Homepage ist prominent ein Video zu sehen, das zwei überdimensionale Schnecken zeigt, deren Gehäuse in den deutschen und europäischen Farben bepinselt sind. Und als wäre er ein Aktivist aus dem politischen Untergrund, sprüht ein Mensch mit Kapuzenpulli eine Botschaft aufs Straßenpflaster: »Jetzt den Turbo in Berlin und Brüssel zünden!«

Gehaltvoller als die platte Botschaft vom »Schneckentempo« sind die Eindrücke, die meine Kollegin Kathrin Werner von ihrem Besuch in Ludwigshafen mitgebracht hat, dem größten zusammenhängenden Chemiestandort der Welt. Hier begann einst der Aufstieg des deutschen Chemiegiganten BASF, und hier lässt sich heute die De-Industrialisierung Deutschlands beobachten. Keine Spur mehr vom einstigen Wirtschaftswunder, schreibt Kathrin, stattdessen »Trümmer, Müll, Verfall, Leerstand, Niedergang. Die Stadt ist seit Jahrzehnten pleite.« Und BASF? Investiert mittlerweile mehr in China als am Stammsitz.


Die bayerische Kandidatin

Man konnte sich auf den ersten Blick schon etwas wundern, als Markus Söder Ende April seine CSU-Parteifreundin Ilse Aigner als mögliche Bundespräsidentin ins Spiel brachte (mehr hier ). Sie habe seine »volle Sympathie und Unterstützung«, sagte Söder. Da schau her, dabei gilt diese Frau doch seit jeher als seine wichtigste parteiinterne Gegnerin, als eine Art Anti-Söder: So sympathisch, verbindlich und seriös, dass Söder sie nicht kleinkriegen, sondern nur mit höheren Ehren aus dem Weg schaffen konnte. Seit 2018 wirkt Aigner als bayerische Landtagspräsidentin.

CSU-Politikerin Aigner: Eine Art Anti-Söder

CSU-Politikerin Aigner: Eine Art Anti-Söder

Foto: Sven Hoppe / dpa

Was bedeutet nun die aktuelle Wegbeförderungsinitiative? Meine Kollegin Anna Clauß, langjährige Beobachterin der CSU, berichtet von drei unterschiedlichen Sichtweisen auf Söders Vorstoß, die innerhalb der Partei kursieren: Seine Parteigänger wollen Aigner endgültig nach Berlin wegloben. Seine Kritiker wollen Aigner für einen möglichen Putsch gegen den Chef in der Heimat halten.

Und dann gebe es noch jene, schreibt Anna, die Söder zum Abwarten raten: »Falls Kanzler Friedrich Merz nach den Landtagswahlen im Osten politisch ins Straucheln geraten würde, stünde er als Ersatzkanzler bereit. Eine Bundespräsidentin Aigner wäre da hinderlich. Zwei CSUler an der Spitze des Staates wären für die Schwesterpartei CDU undenkbar.«

Eine vierte Gruppe hat Anna allerdings nicht gefunden: Wohl keiner in der CSU hält Söders Aigner-Empfehlung für die aufrichtige Geste eines selbstlosen Förderers.


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Gewinner des Tages…

Auf der Strecke Sylt-Berlin eingesetzter ICE-L

Auf der Strecke Sylt-Berlin eingesetzter ICE-L

Foto: Chris Emil Janssen / Chris Emil Janßen / picture alliance

…ist ein Zugchef des ICE 2075, ein Mann mit lobenswerter Eigeninitiative. Als auf der Fahrt von Sylt nach Berlin das Toilettenpapier knapp wurde, legte er in Hamburg-Bergedorf einen außerplanmäßigen Stopp ein und ging einkaufen. Die daraus resultierende Zugverspätung ist verziehen: Sie hatte diesmal einen sehr guten Grund.


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Heute bei SPIEGEL Extra: Wenn Sex Angst macht – und der Körper blockiert

Foto: Amy Covington / Stocksy

Für manche Frauen bedeutet Penetration vor allem: Schmerzen. Eine Sexualmedizinerin erklärt, ab wann das abgeklärt werden sollte und was gegen Vaginismus helfen kann .

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag.

Ihr Stefan Kuzmany, Autor der Chefredaktion