SpOn 08.07.2026
04:25 Uhr

New York: Hochhaus mitten in Manhattan wegen Einsturzgefahr geräumt


Eingeknickte Stützpfeiler, abgesackte Decken: Mitten in Manhattan muss ein 37-stöckiges Gebäude geräumt werden. Es wird gerade umgebaut. Entwarnung gibt es bislang nicht.

New York: Hochhaus mitten in Manhattan wegen Einsturzgefahr geräumt

Im New Yorker Stadtbezirk Manhattan geht die Angst vor dem möglichen Teileinsturz eines Hochhauses um. »Zwei tragende Stützen sind eingeknickt; zudem wurden mehrere Risse und absackende Decken festgestellt«, sagte Bürgermeister Zohran Mamdani auf einer Pressekonferenz.

Messungen hatten ergeben, dass sich das Gebäude bewegt. Am frühen Abend sei das dann nicht mehr der Fall gewesen, erklärte die Stadtverwaltung – deshalb könnten nun temporäre Stützen zur Sicherung des Gebäudes angebracht werden.

Der 37-stöckige Gebäudekomplex an der 42. Straße im Stadtteil Midtown wurde weiträumig abgesperrt, mit Feuerwehrdrohnen untersucht und mittels Geräten kontrolliert, die Verschiebungen im Zentimeterbereich aufzeichnen können, wie die Feuerwehr mitteilte.

Blick auf das Gebäude in der East 42nd Street 235

Blick auf das Gebäude in der East 42nd Street 235

Foto: Angelina Katsanis / AP / dpa

Weil es sich um einen Stahlrahmenbau handele, sei kein vollständiger, sondern allenfalls ein lokaler Einsturz zu erwarten. »Dennoch bleibt genau das unsere Sorge«, sagte ein Feuerwehrbeamter. Die Lage sei »sehr ernst«.

Das Problem mit der Statik betrifft maßgeblich das 21. Stockwerk des Hochhauses. Auf Bildern aus dem Inneren des Gebäudes sind ein eingeknickter Stützpfeiler und verbogene Metallstreben zu sehen. Laut der »New York Times«  machten Arbeiter die Aufnahmen, bevor das Gebäude evakuiert wurde.

Nach einer späteren Begehung mit Bauexperten gab die Stadtverwaltung am Abend die Einschätzung ab, dass die Situation »gleichbleibend, stabil und sicher sei«. Auf Nachfrage wollte ein Sprecher jedoch nicht explizit sagen, dass die Gefahr eines Teileinsturzes vollkommen gebannt sei. Auch zur Ursache des Vorfalls könne er sich vor den ausstehenden Untersuchungen nicht äußern.

Das frühere Hauptquartier des Pharmakonzerns Pfizer befindet sich derzeit im Umbau. Aus früheren Büros sollen mehr als 1600 Wohnungen werden. Laut den Architekten handelt es sich um das größte derartige Umwandlungsprojekt in der Geschichte der Stadt, die Arbeiten sollten 2027 abgeschlossen werden.

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Der Projektentwickler wies jede Verantwortung von sich und sprach von einem »typischen Konstruktionsfehler« des in den Sechzigerjahren errichteten Gebäudes. Wahrscheinlich seien die eingeknickten Stahlträger nicht oder nicht ausreichend verstärkt worden, sagte er der »New York Times«.

Von Einsturzgefahr könne keine Rede sein, die Zwischendecken seien wohl nur um zehn Zentimeter abgesackt. Das von der Stadtverwaltung genehmigte Projekt sei an sich »perfekt«, die Fertigstellung werde sich bloß um ein paar Wochen verzögern.

Hotels und Schule evakuiert

Die Feuerwehr hatte kurz vor 8 Uhr morgens Ortszeit einen Anruf wegen herabfallender Ziegelsteine erhalten, wie Lillian Bonsignore erzählte, die Leiterin der New Yorker Berufsfeuerwehr. Die Einsatzkräfte erklärten die umliegende Gegend daraufhin zur Sperrzone, mehrere Gebäude wurden evakuiert.

Auch zwei Hotels und eine Schule mit Hunderten Schülern mussten laut Medienberichten geräumt werden. Alle New Yorker waren aufgerufen, die Zone zwischen dem berühmten Chrysler Building und dem Hauptquartier der Vereinten Nationen weitestgehend zu meiden.

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Die Gegend rund um das betroffene Gebäude ist eine der betriebsamsten der Millionenmetropole: Tausende Menschen wohnen und arbeiten hier, hinzu kommen unzählige Touristen und zig Pendler, die den nahe gelegenen Bahnhof Grand Central als Verkehrsknotenpunkt nutzen.

Bei den Vorwahlen in New York zeigte sich der junge Bürgermeister Zohran Mamdani als Königsmacher: Seine Kandidaten gewannen gegen die des demokratischen Establishments. Strategen sprechen vom »Bürgerkrieg« innerhalb der Partei. Lesen Sie hier  mehr dazu, wie Mamdani seine Machtbasis ausbaut.

hda/aeh/dpa