SpOn 13.03.2026
11:41 Uhr

Muriel Baumeister spricht über ihre Alkoholsucht


Heute lebt Muriel Baumeister abstinent und geht offen mit ihrer Suchtvergangenheit um. Früher war Alkohol fester Bestandteil ihres Alltags. Bis sie sich schließlich selbst in die geschlossene Psychiatrie einwies.

Muriel Baumeister spricht über ihre Alkoholsucht

Schauspielerin Muriel Baumeister, 54, hat jahrelang zu viel Alkohol getrunken. Im Talkformat eines Selbsthilfevereins sprach die Schauspielerin ungewöhnlich offen darüber, wie sehr sich das Trinken in ihrem Leben »normalisiert« habe, berichtet die »Bild« .

»Ich habe mein Leben lang getrunken«, erklärte Baumeister. Allerdings sei es dann irgendwann fester Bestandteil ihres Alltags geworden. »Wenn du irgendwann anfängst, allein zu trinken, und Sorge hast, wenn kein Alkohol zu Hause ist, dann sollte man anfangen, sich Gedanken zu machen«, erinnert sich die Schauspielerin, die vor allem aus Fernsehserien wie »Ein Haus in der Toscana« und »Die Spreewaldklinik« bekannt ist. Irgendwann habe sie eine dauerhafte Magenschleimhautentzündung davon bekommen. »Jeden Morgen habe ich mich übergeben«, erinnert sie sich, »aber danach trotzdem direkt wieder Alkohol, meistens Weißwein, in mich reingeleert«.

Einen einzelnen Auslöser habe es für die Sucht nicht gegeben. Allerdings habe eine pränatale Depression vor der Geburt ihrer dritten Tochter die Probleme »potenziert«. Öffentlich bekannt wurde der Absturz im Oktober 2016, als Baumeister mit 1,4 Promille mit ihrer Tochter Auto fuhr und beim Parken eine Leitplanke streifte, ohne jemanden zu verletzen. Es folgte ein öffentliches Verfahren. Rückblickend erschrecke sie, wie »normal« sie sich in diesem Zustand gefühlt habe.

Hilfe suchte sie zunächst in einer Privatklinik, später in einer anderen Einrichtung – ohne nachhaltigen Effekt. »Ich habe versucht, eine Möglichkeit zu finden, kontrolliert zu trinken.« Erst als sie akzeptiert habe, dass das nicht funktioniere, sei Besserung möglich geworden. Beim dritten Anlauf ließ sie sich im Oktober 2017 in die geschlossene Psychiatrie der Berliner Charité einweisen – drastisch, aber nach eigener Darstellung entscheidend.

Heute sagt Baumeister, sie sei seit »fast zehn Jahren« trocken.

Bitter bleibt für sie die Doppelmoral der Schauspielbranche. »Männer können sich zu Tode saufen – ich will jetzt keine Namen nennen –, die flechten dann werbewirksam einen Korb und dann war es das«, sagt sie. Für sie habe der öffentliche Absturz aber einen massiven Karriereknick bedeutet.

mbo