Der neunjährige Lelio Massimo di Roccasecca aus Rom ist einer der jüngsten Menschen, die je auf dem Mont Blanc gestanden haben. Wie die italienische Zeitung »La Stampa« berichtet, sei es sein Traum gewesen, einmal auf dem 4807 Meter hohen Gipfel zu stehen.
Auf Anfrage des SPIEGEL bestätigte Antoine Rattin, der Hüttenwirt der Goûter-Hütte am Mont Blanc, dass Vater und Sohn sich am 4. September auf den Weg zum Gipfel gemacht hätten. »Ich weiß nicht, ob er die jüngste Person ist, die den Aufstieg bisher gemacht hat, da wir nicht alle Bergsteiger sehen, die zum Gipfel gehen«, schrieb Rattin in einer E-Mail.
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Den Berichten zufolge ist der Vater des Jungen, Valerio Massimo, auch Bergsteiger und stand seinerseits bereits mit 14 Jahren auf dem Gipfel des Mont Blanc. Er habe außerdem schon einige Achttausender bestiegen.
Vor rund einem Jahr habe Lelio Massimo di Roccasecca auf dem Bishorn gestanden, einem 4153 Meter hohen Berg in der Schweiz, und von dort den Gipfel des Mont Blanc gesehen. »Der Weiße da? Da will ich hin«, habe er laut »La Stampa« zu seinem Vater gesagt und sich diesen Wunsch gleich in der nächsten Saison erfüllt.
Seine Familie deklariert die Besteigung nun als »Weltrekord«. Ob Lelio Massimo di Roccasecca tatsächlich der jüngste Mensch auf dem Mont Blanc war, lässt sich nicht bestätigen. Nach Informationen des Bergsport-Portals »Alpin« galt bislang ein zehnjähriger Brite als jüngster Besteiger des Mont Blanc.
Familie erwartet Kritik
In dem Bericht von »La Stampa« betont die Familie, dass es bei der Bergtour nicht um einen Rekord gegangen sei. »Lelio liebt die Berge«, sagte sein Vater der Zeitung. »Ich weiß, dass manche die Nase rümpfen werden: ein Kind auf den Viertausendern.« Doch Lelio sei stark, nicht nur körperlich, sondern auch technisch. Mit drei Jahren habe er zum ersten Mal auf einem Gipfel gestanden, einem ganz einfachen im Apennin. »Ich habe ihn nie dazu gezwungen«, betont Massimo. »Lelio will es selbst und ich begleite ihn gern.«
Als Vater und Bergsteiger wisse er, wie prägend die Berge seien, weil sie eine wunderbare, aber auch schwierige Umgebung seien. »Mit fünf Jahren bestieg er den Gran Sasso«, sagt Massimo. »Ich musste ihn nie antreiben und hätte es auch nicht getan, wenn ich übermäßige Anstrengung bei ihm bemerkt hätte.«
Für den Mont Blanc hätten sie gemeinsam trainiert und sich in Chamonix akklimatisiert. Als es seinem Sohn auf der Goûter-Hütte gut gegangen sei und auch das Pulsoximeter, ein Gerät, mit dem man die Sauerstoffsättigung messen kann, keine Auffälligkeiten gezeigt habe, hätten sie den Gipfelsturm gewagt.
