Gesa Krause hat in einem dramatischen Finale Gold über 3000 Meter Hindernis bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham gewonnen und dem deutschen Team den ersten Titel bei den kontinentalen Titelkämpfen beschert. Bronze gewann Olivia Gürth. Dramatisch verlief das Finale für Lea Meyer, die auf Medaillenkurs am letzten Wassergraben stürzte und Vierte wurde. Auch bei der WM 2022 war ihr im Vorlauf dieses Missgeschick passiert.
Krause und Gürth
Foto: Sven Hoppe / dpaKrause feierte ihren dritten EM-Triumph nach 2016 in Amsterdam und 2018 in Berlin. Für Gürth ist Bronze der größte Erfolg in der Karriere der 24-Jährigen, die im Juniorenbereich aber schon mehrmals Europameisterin wurde. Silber gewann die Titelverteidigerin Alice Finot aus Frankreich.
Meyer zeigte sich nach ihrem verhängnisvollen Sturz enttäuscht bis trotzig: Als Vorlaufschnellste auf Medaillenkurs stolperte sie auf der letzten Runde kopfüber in den Wassergraben. »Ich behaupte trotzdem, ich bin die beste Hindernisläuferin Europas mit Alice Finot, definitiv, einhundert Prozent«, sagte sie nach dem Rennen. »Ich finde, ich hätte die Medaille verdient. Nichtsdestotrotz: So ein Sturz darf nicht passieren, ist dämlich.«
Zur Taktik der Siegerin hatte Meyer ebenfalls eine sehr klare Meinung: »Es ist einem ja bewusst: Gesa will keinen Meter was machen«, sagte Meyer, die das Finale am Donnerstagabend lange von vorne bestimmt hatte, im ZDF. »Die sitzt das aus und rennt dann hinten raus.«
Halbwegs versöhnlich sagte Meyer über Krause und Finot: »Die beiden sind wesentlich älter als ich – und haben es auch verdient. Mehr habe ich nicht zu sagen.«
Die 3000-Meter-Hindernis sind auf europäischer Bühne schon seit Jahren eine deutsche Domäne. Zuletzt hatte es 2012 in Helsinki zwei Medaillen für Deutschland gegeben.
Schon damals war Krause, die seit Frühjahr 2023 Mama einer Tochter ist, dabei und holte Bronze. Zwei Jahre später bejubelte Antje Möldner-Schmidt den ersten EM-Titel einer deutschen Läuferin in dieser noch relativ jungen Leichtathletik-Disziplin, die erst seit 2006 Teil von Europameisterschaften ist.
