SpOn 21.03.2026
04:27 Uhr

Kuba verweigert US-Botschaft in Havanna den Import von Diesel für Generatoren


Mit dem über Kuba verhängten Ölembargo treffen die USA auch ihre eigenen Diplomaten. Die US-Vertreter in Havanna würden für die Generatoren der Botschaft gern Diesel importieren – aber Kubas Regierung spielt nicht mit.

Kuba verweigert US-Botschaft in Havanna den Import von Diesel für Generatoren

Die kubanische Regierung hat einen Antrag der US-Botschaft in Havanna auf Dieselimporte für Generatoren abgelehnt, solange die Trump-Regierung Treibstofflieferungen auf die Insel blockiert. Dies teilten zwei mit dem Vorgang vertraute US-Beamte am Freitag mit.

Wegen des Dieselmangels erwägt das US-Außenministerium offenbar, Personal von der Botschaft in Havanna abzuziehen. Ein solcher Schritt könnte dazu führen, dass auch Kuba das Personal an seiner Botschaft in Washington reduzieren muss, so die Beamten, die unter der Bedingung der Anonymität über die sensible Angelegenheit sprachen. Das Weiße Haus, das Außenministerium und die kubanische Botschaft in Washington reagierten nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme.

Die nur etwa 150 Kilometer vom südöstlichen US-Bundesstaat Florida entfernte Karibikinsel wird von den USA schwer unter Druck gesetzt – insbesondere seit dem Beginn von Trumps zweiter Amtszeit vor gut einem Jahr.

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Mit Zolldrohungen gegen potenzielle Energielieferanten und einer vollständigen Blockade sanktionierter Öltanker aus dem südamerikanischen Bruderstaat Venezuela ließ er Kuba vom Zugang zu Öl weitgehend abschneiden. Weil die Stromversorgung auf Öl angewiesen ist, kam es zu massiven Stromausfällen im ganzen Land.

US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt eine mögliche »Übernahme» Kubas angedeutet und damit die Spannungen mit dem sozialistischen Nachbarstaat verschärft. Er glaube, dass er »die Ehre haben werde«, Kuba »in irgendeiner Form zu übernehmen« oder zu »befreien«, sagte Trump. »Ich kann alles damit machen, was ich will.«

Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit der sozialistischen Revolution unter der Linken-Ikone Fidel Castro vor fast 70 Jahren angespannt. Unter Trump übt die US-Regierung allerdings immer mehr Druck auf die Insel aus, vor allem seit der Festnahme des autoritären venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar, einem Verbündeten der Führung in Havanna. Mit dem Umsturz in Venezuela brach einer der wichtigsten Unterstützer und potentesten Öllieferanten Kubas weg.

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Zugleich führen Kuba und die USA miteinander formelle Gespräche, wie beide Seiten bestätigten. »Kubanische Vertreter haben kürzlich Gespräche mit Vertretern der US-Regierung geführt, um auf dem Wege des Dialogs nach einer möglichen Lösung für die zwischen beiden Ländern bestehenden bilateralen Differenzen zu suchen«, sagte der Präsident des sozialistischen Landes, Miguel Díaz-Canel.

Zuletzt hatte die »New York Times« berichtet, die US-Regierung habe kubanischen Vertretern zu verstehen gegeben, dass Washington eine Entmachtung des kubanischen Präsidenten Díaz-Canel wünsche. Der kommunistischen Regierung solle jedoch ermöglicht werden, an der Macht zu bleiben.

hda/dpa/AP