SpOn 18.03.2026
16:55 Uhr

Krim: Russischer Wissenschaftler soll Stätte zerstört haben – und darf ausgeliefert werden


Ein Archäologe aus Russland soll eine Kulturstätte auf der Halbinsel Krim teilweise zerstört haben. Der in Polen inhaftierte Mann darf nun in die Ukraine ausgeliefert werden. Sein Verteidiger will das verhindern.

Krim: Russischer Wissenschaftler soll Stätte zerstört haben – und darf ausgeliefert werden

Ein russischer Archäologe soll auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim illegal Ausgrabungen vorgenommen haben. Zurzeit ist er in Polen inhaftiert – nun darf er an die ukrainischen Behörden ausgeliefert werden. Das hat das Warschauer Bezirksgericht laut einer Mitteilung entschieden.

Die ukrainische  Staatsanwaltschaft hatte im November 2024 ein Strafverfahren gegen den Wissenschaftler eingeleitet. Die Behörde verdächtigt ihn der vorsätzlichen, rechtswidrigen und teilweisen Zerstörung einer Kulturstätte. Der polnische Inlandsgeheimdienst ABW hatte den Mann am 4. Dezember festgenommen, als er auf der Durchreise in Polen war.

Der Verteidiger des Archäologen kündigte gegenüber der polnischen Nachrichtenagentur PAP an, gegen die Entscheidung des Warschauer Bezirksgerichts Beschwerde einlegen zu wollen. Auch Moskau kritisierte die Entscheidung. Es handele sich um ein politisches Verfahren ohne rechtliche Grundlage, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Marija Sacharowa, der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge.

Russland werde sich um eine schnellstmögliche Rückkehr des Archäologen bemühen, führte sie aus und verwies darauf, dass die Entscheidung noch nicht rechtskräftig ist.

Mehr zum Thema

In dem Fall geht es um eine antike griechische Kolonie, ebenfalls auf der Krim-Halbinsel, die im 6. Jahrhundert vor Christus gegründet wurde.

Die im Schwarzen Meer gelegene ukrainische Halbinsel Krim wurde 2014 von Russland annektiert. Von der Stadt führt auch die nach der Annexion von Russland erbaute Krimbrücke zum russischen Festland.

elu/dpa