Es ist der vorläufige Höhepunkt einer Eskalation: Medienberichten zufolge hat sich der von US-Präsident Donald Trump eingesetzte Verwaltungsrat des Kennedy Centers, dem der US-Präsident auch selbst vorsitzt, wegen finanzieller und baulicher Probleme für die Schließung der Kultureinrichtung ausgesprochen.
Wenige Stunden zuvor hatte ein Richter erneut untersagt, dass Trumps Name wieder an der Fassade des Gebäudes in Washington, D.C. angebracht werden darf. In einem Post auf seiner Plattform »Truth Social« machte es Trump für die Renovierung allerdings erneut zur Voraussetzung, dass sein eigener Name an der Fassade des Gebäudes angebracht wird.
Wie die »Washington Post« berichtet, werfen Kritiker dem Trump-treuen Verwaltungsrat vor, die baulichen Mängel zu übertreiben, um die Schließung zu rechtfertigen – vielmehr könnte mit dem Schritt die finanzielle Misswirtschaft unter Trump kaschiert werden. Der Republikaner kämpft seit Monaten darum, dass sein Name an der Fassade der berühmten Kulturinstitution zu sehen ist.
Breaking news: Leaders of the Kennedy Center have voted to close the venue.
— The Washington Post (@washingtonpost) September 15, 2026
Critics have accused center leaders of exaggerating the building’s physical problems to justify a closure they say could conceal financial mismanagement under President Trump’s leadership.…
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Die »Washington Post« hatte zuvor von einer eindringlichen Warnung aus der Führungsriege der berühmten Kulturinstitution in der US-Hauptstadt berichtet, wonach das Zentrum unmittelbar vor der Insolvenz stehe.
Der US-Präsident kündigte an, die Schließung für Renovierungsarbeiten erfolge unverzüglich. Die Leitung habe argumentiert, dass die Aufnahme von Trumps Namen zu Ehren seiner Bemühungen notwendig sei, um dessen Engagement für den Fortbestand des Zentrums sicherzustellen.
Wie die »LA Times« berichtet , hat die demokratische Abgeordnete Joyce Beatty eine einstweilige Verfügung beantragt, um die Schließung zu verhindern. Sie spreche von einer »Geiselnahme« eines Kunstwahrzeichens.
Eigentlich wollte Trump das Kulturhaus bereits im Juli schließen lassen, damit Renovierungsarbeiten erfolgen können. Doch ein Richter hatte die Schließung vorläufig gestoppt. Ende August hatte die Trump-Regierung dann mit dem Abriss des Kulturzentrums gedroht.
Im Kennedy Center am Potomac-Fluss werden traditionell alle Genres von Theater, Tanz und Musik gezeigt. Das Haus wurde nach dem früheren Präsidenten John F. Kennedy benannt.
Trump hatte der renommierten Einrichtung eine links-»woke« Haltung vorgeworfen und sich selbst an die Spitze eines Verwaltungsrats mit handverlesenen Mitgliedern gesetzt. Dass der US-Präsident seinen Namen an der Fassade des Zentrums anbringen ließ, führte zu einem langwierigen Rechtsstreit und einem Einbruch der Besucherzahlen. Es gibt Bands und Bühnenwerke, die das Kennedy Center seither meiden.
Warum das Kennedy, äh, Trump Center vor der Pleite stehen soll, lesen Sie hier.
