SpOn 30.07.2026
11:36 Uhr

Kenia: Elefanten an Cyanid-Vergiftung gestorben - Spur führt zu Tomaten


Binnen kurzer Zeit sind in einem kenianischen Nationalpark 15 Elefanten verendet. Laut Behörden wurden sie vergiftet. Die Spur führt zu Tomaten auf einer Farm.

Kenia: Elefanten an Cyanid-Vergiftung gestorben - Spur führt zu Tomaten

Die Ursache für den rätselhaften Tod von 15 Elefanten im Süden Kenias ist laut Wildtierbehörden wohl aufgeklärt: Die Tiere starben wahrscheinlich an einer Cyanid-Vergiftung, nachdem sie kontaminierte Tomaten auf einer Farm gefressen hatten.

Die Elefanten waren zwischen Mitte Juni und Mitte Juli nahe dem kenianischen Amboseli-Nationalpark gestorben, der im Süden des ostafrikanischen Landes an Tansania grenzt. Auch das dort gelegene Kimana-Schutzgebiet und das Gebiet um die Kuku-Ranch waren laut lokalen Medienberichten betroffen.

Hochgiftige Chemikalie

Die Tiere hatten vor ihrem Tod ähnliche Symptome, heißt es von der kenianischen Parkbehörde Kenya Wildlife Service (KWS). Sie seien teils gelähmt gewesen, hätten nicht mehr aufstehen können und seien innerhalb von ein bis zwei Tagen gestorben. Hauptsächlich Elefantenkühe und ihre Kälber seien betroffen gewesen.

Schon erste Untersuchungen deuteten auf eine Vergiftung hin. Weitere Tests wurden angeordnet, um festzustellen, um welches Gift es sich handelt und was die mögliche Quelle sein könnte. Auch Proben von Wasserstellen wurden genommen.

Der Generaldirektor des Kenya Wildlife Service, Erastus Kanga, sagte, bei den Laboruntersuchungen sei Cyanid nachgewiesen worden. »Cyanid ist eine hochgiftige Chemikalie, insbesondere für Elefanten«, sagte Kanga lokalen Medien.

Die Kontamination könnte weitere weitreichende Folgen haben, weil in dem Gebiet auch Nutztiere wie Ziegen und Rinder weiden. Auch sie könnten an den Folgen der Vergiftung sterben. Für die menschliche Gesundheit besteht laut Wildtierbehörden keine Gefahr.

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Unklar ist, wer für die Verunreinigung der Tomaten verantwortlich ist. In der Vergangenheit standen Landwirte immer wieder im Verdacht, Elefanten gezielt zu vergiften, damit die Tiere ihre Feldfrüchte nicht wegfressen. Der Nationalpark grenzt an eine Region, in der Landwirtschaft und Viehzucht weitverbreitet sind.

Anfang des Jahres ist im hessischen Kronberg ein Elefant im Zoo umgekippt. Hier erklärt ein Feuerwehrmann, wie er dem Tier wieder auf die Beine geholfen hat.

koe/dpa/AP