Israelische Spezialeinheiten haben laut einem Medienbericht eine militärische Stellung im Irak errichtet. Das berichtet das »Wall Street Journal« . Die Soldaten hatten demnach zwei Aufgaben:
Den Luftkrieg gegen Iran logistisch absichern.
Wäre ein israelischer Pilot bei einem Kampfeinsatz über Iran abgeschossen worden oder abgestürzt, hätten Rettungsteams vom irakischen Außenposten aus zu Hilfe eilen sollen.
Das war nicht nötig. Bislang sind nur US-Kampfjets im oder kurz vor dem Luftraum der Islamischen Republik abgestürzt. Die Regierung von Donald Trump war offenbar über Israels geheime Wüstenbasis informiert.
Die Stellung soll im März, also in der Frühphase des Krieges, beinahe von irakischen Regierungstruppen entdeckt worden sein, heißt es weiter in dem Bericht. Schäfer sollen sich über ungewöhnliche militärische Aktivitäten gewundert und die örtlichen Behörden alarmiert haben. Die Folge: Irakische Soldaten wurden zur Überprüfung geschickt – und von Israel mit Luftschlägen auf Distanz gehalten.
Die israelische Armee wollte den Bericht nicht kommentieren. Die irakische Regierung hatte die Attacke, bei der ein Soldat ums Leben gekommen war, seinerzeit öffentlich kritisiert und sogar vor die Uno gebracht – offiziell nicht wissend, wer die Angreifer waren. Zum nun veröffentlichten »WSJ«-Bericht über die Identität der Kombattanten wollte sich die Regierung in Bagdad bislang nicht äußern.
Es war nicht das erste Mal, dass der Irak in den aktuellen Golfkrieg hineingezogen wurde. Ende April hatte das US-Finanzministerium laut einem Medienbericht eine Bargeldlieferung in dreistelliger Millionenhöhe an den Irak unterbunden. Ein Flugzeug mit fast 500 Millionen Dollar (umgerechnet 426 Millionen Euro) an Bord sei gestoppt worden, berichtete das »Wall Street Journal« seinerzeit. Zudem habe die US-Regierung Mittel für Kooperationsprojekte mit den irakischen Sicherheitskräften eingefroren. Washington wolle so den Druck auf die Regierung in Bagdad erhöhen, stärker gegen militante Gruppen im eigenen Land vorzugehen, die Iran unterstützen.
Die USA verfügen über großen Einfluss auf den Irak, da die Ölexporteinnahmen des Landes größtenteils bei der Federal Reserve Bank in New York verwaltet werden.
Hintergrund der US-Maßnahmen sind wiederholte Angriffe von militanten, mit Iran verbündeten Gruppen auf US-Einrichtungen im Irak. So waren die US-Botschaft in Bagdad, das US-Konsulat in Erbil und weitere US-Vertretungen seit Beginn des Irankriegs Ende Februar zur Zielscheibe für diverse Angriffe geworden. Wegen der Attacken hatte das US-Außenministerium unlängst den irakischen Botschafter einbestellt.
