Wichtige Updates
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Überblick: Das ist die aktuelle Lage in Nahost
- Die USA und Israel greifen weiter Iran an. Fotos zeigen einen großen Brand in Teheran. Die israelische Armee bestätigt eine Attacke gegen iranische Ölanlagen, 30 Öltanks seien angegriffen worden. Iran führte mehrere Angriffswellen gegen Israel durch.
- Irans Expertenrat hat laut Staatsmedien den Nachfolger für den getöteten Ali Khamenei gewählt. Mojtaba Khamenei beerbt seinen Vater als Geistliches Oberhaupt des Landes. Trump sagte zuvor, der Khamenei-Nachfolger müsse von ihm abgenickt werden.
- US-Präsident Donald Trump sagt, der Khamenei-Nachfolger müsse von ihm abgenickt werden.
- Ein siebter US-Soldat ist im Zuge des Irankriegs gestorben.
Mehr Hintergrund und Analyse
- Daten und Grafiken zum Irankrieg: Wo fliegen die Truppen von den USA und Israel ihre Angriffe? Welche US-Basen attackiert Iran? Welche Waffen sind im Einsatz? Hier geht’s zum Überblick.
- Folgen des Irankriegs: Droht eine neue große Fluchtbewegung Richtung Europa?
- Der Wutkrieger: Donald Trump versprach erst Frieden und »America First«, doch dann packte ihn die Lust an der Zerstörung. Seine Anhänger kommen da nicht hinterher. Die SPIEGEL-Titelstory.
- An dieser Stelle haben die Ajatollahs die Weltwirtschaft im Würgegriff: Fast jeder dritte Liter Öl kommt aus der Region um den Persischen Golf, beim Flüssigerdgas sieht es ähnlich aus. Nun blockiert Iran die Straße von Hormus. Diese Karten zeigen, wie abhängig die Welt ist.
- Khameneis möglicher Nachfolger: Wer ist Mojtaba Khamenei, der Sohn des getöteten Ajatollah Ali Khameneis und möglicher neuer Oberster Führer Irans? Lesen Sie hier mehr.
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USA zielen laut Minister nicht auf Energieinfrastruktur in Iran
Die Vereinigten Staaten haben nach Angaben ihres Energieministers Chris Wright nicht vor, die iranische Ölindustrie anzugreifen. »Die USA zielen nicht auf die Energieinfrastruktur ab«, sagte Wright dem Sender CNN. Zuvor hatte die Bombardierung eines Öllagers durch Israel in Iran für Aufsehen gesorgt. Aufnahmen nach dem Angriff am Samstagabend zeigten einen gewaltigen Feuerball über Teheran.
Israels Armeesprecher Effie Defrin betonte, Israel habe in der Nacht zu Sonntag Treibstofflager angegriffen, die vom iranischen Militär genutzt worden seien. »Dies ist das Öl, das die Räder des Regimes und seine Terroraktionen gegen den Staat Israel, gegen die Region und gegen die gesamte Bevölkerung am Laufen hält«, sagte er.
Explosion in Öllager in Teheran nach Angriff am Samstag. Foto: Vahid Salemi / AP
Das Nachrichtenportal Axios berichtete, die israelischen Angriffe auf die Treibstofflager seien deutlich über das hinausgegangen, was die USA erwartet hätten, als Israel Washington vorab darüber informiert habe. Das soll zur ersten bedeutenden Unstimmigkeit zwischen den Verbündeten seit Beginn des Krieges vor gut einer Woche geführt haben, schreibt das Portal.
Die USA sind laut dem Bericht besorgt, dass israelische Angriffe auf Infrastruktur, die der iranischen Bevölkerung diene, strategisch nach hinten losgehen könnten. Die Sorge ist, dass sie zur Unterstützung der Führung in Teheran beitragen und die Ölpreise in die Höhe treiben könnten.
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Erstmals Tote in Saudi-Arabien gemeldet
Zum ersten Mal seit Beginn des Irankriegs ist es in Saudi-Arabien nach einem mutmaßlich iranischen Angriff zu Todesfällen gekommen. Zwei Menschen seien beim Einschlag eines Geschosses in ein Wohngebäude im Gouvernement al-Chardsch südöstlich der Hauptstadt Riad getötet worden, sagte ein Sprecher des saudischen Zivilschutzes laut einer Regierungsmitteilung. Bei den Opfern soll es sich demnach um einen indischen und einen bangladeschischen Staatsbürger gehandelt haben.
Zwölf Menschen, die alle aus Bangladesch stammen, seien bei dem Vorfall zudem verletzt worden, hieß es weiter. Das betroffene Gebäude gehöre zu einer Reinigungsfirma, so die Mitteilung. Versuche, zivile Einrichtungen zu treffen, seien ein eklatanter Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht, wurde der Sprecher zitiert. Zur genauen Herkunft des Geschosses äußerte er sich jedoch nicht.
- Mehr zum Dilemma der Golfstaaten im Irankrieg lesen Sie hier in der Analyse
Luftwaffenstützpunkt Prince Sultan Airbase (am 21. Februar). Foto: Plant Labs / via Reuters
Am Abend teilte das saudische Verteidigungsministerium mit, dass zwei Drohnen, die auf das Ölfeld Schaiba zusteuerten, abgefangen und zerstört worden seien.
Im Gouvernement al-Chardsch befindet sich der auch von den USA genutzte Luftwaffenstützpunkt Prince Sultan Airbase, der immer wieder von iranischen Geschossen angegriffen wurde – zuletzt ebenfalls am Sonntag. Saudi-Arabien betonte aber, dass die Basis nicht als Ausgangspunkt für die jüngsten Angriffe auf Iran gedient habe.
Im Gouvernement al-Chardsch befindet sich der auch von den USA genutzte Luftwaffenstützpunkt Prince Sultan Airbase, der immer wieder von iranischen Geschossen angegriffen wurde – zuletzt ebenfalls am Sonntag. Saudi-Arabien betonte aber, dass die Basis nicht als Ausgangspunkt für die jüngsten Angriffe auf Iran gedient habe.
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Susanne Koelbl
Auslandsressort
Blitzanalyse: Mojtaba Khamenei ist Hardliner – wie sein Vater
Der sogenannte Expertenrat, ein Gremium aus 88 Klerikern, das über die Nachfolge des Geistlichen Führers entscheidet, hat gewählt: Mojtaba Khamenei, Sohn des am 28. Februar in Teheran getöteten Ali Khamenei, übernimmt das höchste Staatsamt. Damit konzentriert sich die Macht in Iran erneut in den Händen eines Einzelnen.
Mojtaba Khamenei ist so wie sein Vater ein politischer Hardliner und Kleriker. Er pflegt enge Verbindungen zu den Revolutionswächter, in deren Habib-Bataillon er bereits mit 16 Jahren im Iran-Irak-Krieg kämpfte. Dieses Bataillon kontrolliert auch die Basidsch-Milizen, die für die Erschießung Tausender Demonstranten im Januar verantwortlich sind. Mojtaba gilt zudem als treibende Kraft hinter der Niederschlagung der Grünen Bewegung und der Proteste nach dem Tod der Kurdin Jina Mahsa Amini.
Foto: ABEDIN TAHERKENAREH / EPA
Obwohl er kein offizielles Amt innehatte, übte Mojtaba als stellvertretender Bürochef seines Vaters in den letzten Jahren erheblichen Einfluss aus. Ali Khamenei selbst hatte sich gegen Dynastien ausgesprochen und kritisierte Mojtabas Nominierung als Nachfolger. Zudem fehlt Mojtaba der Ajatollah-Rang, der eigentlich Voraussetzung für das Amt ist. Seine Wahl wurde jedoch vom Sicherheitsapparat durchgesetzt.
Wie sein Vater verfolgt der 56-Jährige eine kompromisslose antiwestliche Politik. Sein oberstes Ziel ist der Erhalt des Regimes und der sogenannten Achse des Widerstands, zu der Hisbollah, Hamas und die Houthis gehören. Verhandlungen mit den USA und Israel lehnt er strikt ab. Mojtaba gilt als noch brutaler in der Unterdrückung als sein Vater.
Im Krieg setzt er auf eine Strategie der Ausdauer: Den Konflikt so lange wie möglich in die Länge ziehen und den Gegner sowie dessen Verbündete am Golf maximal schädigen. Seine schärfsten Waffen sind Angriffe auf US-Basen, Hotelanlagen und Infrastruktur in den Nachbarländern sowie die Drohung, die Straße von Hormus zu schließen, durch die über 20 Prozent der weltweiten Energielieferungen fließen. Unter seiner Führung droht kein Regime-Kollaps. Iran bleibt eine Festung des Widerstands, mit seinen Bewohnern als Geiseln.
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Staatsmedien: Mojtaba Khamenei ist neuer oberster Führer
Mojtaba Khamenei ist neuer oberster Führer Irans und Nachfolger seines Vaters, dem getöteten Ajatollah Ali Khamenei. Der oberste Führer der Islamischen Republik hat das letzte Wort in allen politischen und militärischen Belangen.
Gemäß der iranischen Verfassung bestimmen die 88 Geistlichen im Expertenrat das neue Staatsoberhaupt. Nach unbestätigten Berichten galten bereits der nun gewählte Mojtaba Khamenei, sowie Hassan Khomeini, der Enkel des Revolutionsführers Ruhollah Khomeini, als die beiden wichtigsten Kandidaten.
Lesen Sie hier mehr zu Mojtaba Khamenei.
Foto: Rouzbeh Fouladi / picture alliance / Middle East Images
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Parlamentspräsident: Iran strebt keinen Waffenstillstand an
Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf sagt, Teheran strebe keinen Waffenstillstand an, und fügt hinzu, dass die »Aggressoren« bestraft werden müssten. »Wenn der Feind uns aus irgendeinem Land angreift, wird Teheran entschlossen reagieren«, sagte er im iranischen Staatsfernsehen.
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Siebter US-Soldat tot
Ein weiterer Angehöriger der US-Streitkräfte ist an den Folgen seiner Verletzungen gestorben, die er vor einer Woche bei den ersten Gegenangriffen Irans erlitten hatte. Damit steigt die Zahl der US-Soldaten, die bisher im Krieg mit Iran getötet wurden, auf sieben, teilte das US-Militär mit.
»Letzte Nacht ist ein US-Soldat an den Folgen seiner Verletzungen gestorben, die er bei den ersten Angriffen des iranischen Regimes im Nahen Osten erlitten hatte. Der Soldat wurde am 1. März bei einem Angriff auf US-Truppen im Königreich Saudi-Arabien schwer verletzt«, erklärte das US-Central-Command am Sonntagabend. Die Identität des Soldaten werde bis 24 Stunden nach Benachrichtigung der nächsten Angehörigen zurückgehalten.
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Israel will Hauptquartier der Luftwaffe Irans zerstört haben
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben das Hauptquartier der Luftwaffe der Revolutionswächter in der iranischen Hauptstadt Teheran zerstört. Von dort aus seien die iranischen Angriffe mit Raketen und Drohnen auf Israel und andere Länder der Region organisiert und gesteuert worden, sagte Armeesprecher Effie Defrin bei einer Online-Pressekonferenz. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen und iranische Stellen äußerten sich nicht.
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Trump über Khamenei-Nachfolger: »Wenn er nicht unsere Zustimmung erhält, wird er nicht lange im Amt bleiben«
US-Präsident Donald Trump hat sich im Interview mit dem US-Sender ABC erneut zum nächsten Obersten Führer in Iran geäußert. Derjenige, der gewählt wird, würde »nicht lange durchhalten«, wenn die Iraner nicht zuerst sein Einverständnis erhalten, sagte Trump. »Wenn er nicht unsere Zustimmung erhält, wird er nicht lange im Amt bleiben«, so der US-Präsident. »Wir wollen sicherstellen, dass wir nicht alle zehn Jahre zurückkommen müssen«, vor allem, wenn dann kein Präsident mehr wie Trump selbst im Weißen Haus säße, der dies nicht durchziehen würde.
Auf die Frage, ob er bereit wäre, jemanden mit Verbindungen zum alten Regime zu akzeptieren, antwortete Trump: »Ja, um einen guten Führer auszuwählen, würde ich das tun, ja, das würde ich. Es gibt zahlreiche Menschen, die dafür infrage kommen könnten.«
Foto: Mark Schiefelbein / AP
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Verkündung von Khamenei-Nachfolger wohl in Kürze
Die Verkündung des neuen Obersten Führers Irans steht offenbar kurz bevor. Der Expertenrat, ein Gremium aus 88 Klerikern, soll das neue Oberhaupt gewählt haben. Der Name Khamenei soll Berichten zufolge bleiben. Hosseinali Eshkevari, Mitglied des iranischen Expertenrats, sagte demnach, der neue Oberste Führer sei ausgewählt worden und werde bald von offiziellen Stellen bekannt gegeben.
»Mit der Mehrheit der Stimmen wurde die Person gewählt, die den Weg von Imam Khomeini und den Weg des Märtyrers Imam Khamenei fortsetzen wird. Der Name Khamenei wird weiter bestehen. Die Wahl ist abgeschlossen und wird bald bekannt gegeben«, sagte Eshkevari in einem Video, das von iranischen Medien ausgestrahlt wurde.
Alles deutet also weiter auf Mojtaba Khamenei als Nachfolger für seinen Vater hin.
Alles deutet also weiter auf Mojtaba Khamenei als Nachfolger für seinen Vater hin.
Foto: ABEDIN TAHERKENAREH / EPA
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US-Energieminister: USA wollen keine Öl- oder Gas-Anlagen angreifen
Der US-Energieminister Chris Wright hat im Interview mit CNN gesagt, dass die USA die Energie-Infrastruktur Irans bei ihren Angriffen verschonen würden. Die US-Armee greife in Iran keinerlei Öl- oder Gas-Anlagen an, sagte Wright dem US-Sender. Zu einem israelischen Angriff auf Öldepots in und nahe der iranischen Hauptstadt Teheran am Samstag sagte der Minister, dabei habe es sich um »örtliche Treibstofflager zum Auffüllen des Benzintanks« gehandelt.
Angesichts der massiv gestiegenen Ölpreise auf dem Weltmarkt sagte Wright, die Auswirkungen des Irankrieges seien vorübergehend – »im schlimmsten Fall ein paar Wochen, aber nicht Monate«.
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Iran droht mit weiteren Vergeltungsschlägen
Die iranischen Revolutionswächter drohen mit Vergeltungsschlägen, sollten die Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Landes nicht aufhören. Iran werde in diesem Fall mit ähnlichen Aktionen in der Region antworten, zitieren staatliche Medien einen Sprecher der Revolutionswächter.
Die Regierungen anderer mehrheitlich muslimischer Staaten in der Region müssten die USA und Israel »so schnell wie möglich« vor weiteren Angriffen warnen, erklärte das zentrale iranische Militärkommando im Staatsfernsehen, nachdem Israel Öldepots in und nahe Teheran bombardiert hatte.
Die Regierungen anderer mehrheitlich muslimischer Staaten in der Region müssten die USA und Israel »so schnell wie möglich« vor weiteren Angriffen warnen, erklärte das zentrale iranische Militärkommando im Staatsfernsehen, nachdem Israel Öldepots in und nahe Teheran bombardiert hatte.
Andernfalls werde die iranische Armee »ähnliche Schritte in der Region ergreifen«, erklärte die Armeeführung. »Wenn ihr mit Ölpreisen von mehr als 200 Dollar pro Barrel zurechtkommt, spielt nur weiter dieses Spiel.«
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Briten haben Drohne über Irak abgefangen
Das britische Verteidigungsministerium hat bestätigt, dass britische Streitkräfte Samstagabend erfolgreich eine Drohne abgeschossen haben, die von Iran aus in Richtung Irak abgefeuert worden war.
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Liebe Leserinnen und Leser,
der Irankrieg geht weiter. Nach dem gemeinsamen Angriff Israels und der USA auf Iran führt Teheran weiter Gegenschläge aus. Hier im Liveblog halten wir Sie über alle wichtigen Entwicklungen weiter auf dem Laufenden. Wir berichten aus dem Hamburger Newsroom und unseren Korrespondentenbüros weltweit. Was zuvor geschah, können Sie hier nachlesen.
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